Feuersteinfelder jetzt DBU-Naturerbe-Fläche
Wertvolle Naturschutzflächen Prora und Stedar/Pulitz übergeben
Ostseebad Binz (gü). Die bei Touristen und Rüganern beliebten Feuersteinfelder gehören jetzt offiziell der DBU Naturerbe GmbH! Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück. Karl Rolfes, Vorstand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), übergab am Montag dieser Woche diese Fläche sowie Flächen bei Stedar am Kleinen Jasmunder Bodden in die Verantwortung von Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU.
Dabei handelt es sich um rund 1.900 Hektar naturnaher Dünen, Heidemoore, Uferröhrrichte sowie Erlenbrüche. Der ebenfalls anwesende Landesumweltminister Dr. Till Backhaus (SPD) lobte den Vorgang, dass diese sensiblen und attraktiven Gebiete jetzt in der Verantwortung der DBU liegen. Während der Übergabe lobte Backhaus das Engagement der DBU als „beispielgebend“. Gleichzeitig bezeichnete er den Umweltschutz als „gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der die Länder nicht allein gelassen werden dürfen“.
Die wichtige Botschaft des Nachmittags lautete, dass die betreffenden Flächen nach wie vor für die Öffentlichkeit zugänglich sind, wie alle Redner betonten. Der DBU-Generalsekretär betonte bei dieser Gelegenheit, dass „Rügen allererste Sahne ist und wir heute eine neue Partnerschaft begründen können“.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wurde am 18. Juli 1990 als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet. Das Stiftungskapital (hier: 1,3 Milliarden Euro) wurde aus dem Verkauf der Salzgitter AG durch die damalige Bundesregierung sichergestellt. Mittlerweile beträgt das Stiftungskapital 1,8 Milliarden Euro, wie Dr. Brickwedde betonte. Die DBU hat seit ihrer Gründung jährlich Umweltschutzprojekte in Höhe von 50 Millionen Euro bundesweit unterstützt. In rund 7.500 Projekte sind so rund 1,2 Milliarden Euro geflossen, mit den Eigenanteilen der Projektträger sind somit rund 2,5 Milliarden Euro für den bundesweiten Umweltschutz ausgegeben worden.
Die jetzt als DBU-Naturerbe-Fläche bezeichneten Areale sind im Zusammenhang mit einer Vereinbarung zwischen CDU und SPD im Jahr 2005 auf Bundesebene im Koalitionsvertrag festgeschrieben worden. Dort wurde festgelegt, dass zwischen 80.000 und 125.000 Hektar besonders schützenswerte Flächen aufgenommen werden sollen. Mit dem am 13. Mai letzten Jahres geschlossenen Vertrag zwischen Bundesregierung und DBU können nunmehr die ersten 33 Naturschutzflächen mit einer Gesamtgröße von 46.000 Hektar an die DBU Naturerbe GmbH übergeben werden. Davon befinden sich sechs Liegenschaften mit einer Größe von 13.241 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern, so Backhaus weiter. Insgesamt sind bereits 100.000 Hektar aufgenommen, davon 66.000 Hektar, vorwiegend ehemalige Militärliegenschaften, die durch die BIma bisher verwaltet wurden.
Weitere 9.000 Hektar kommen aus dem so genannten „Grünen Band“ (ehemalige innerdeutsche Grenze - Anm. d. Red.), weitere 21.000 Hektar von der BVVG und 4.000 Hektar aus der Bergbaufolgelandschaft in das Naturerbe. Derzeit werden weitere 25.000 Hektar ausgewählt, so Dr. Brickwedde. Von den insgesamt 100.000 Hektar befinden sich rund 30 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern, so Minister Backhaus in diesem Zusammenhang. Er bezeichnete die Flächen als „Tafelsilber der Bundesrepublik“ und betonte, dass „ohne Engagement kein Naturschutz möglich ist“. Ausführliches über dieses Thema finden Sie unter www.dbu.de.
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