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Dieser Artikel wurde am 11. Oktober 2006 um 04:56 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Ferien- und Mietwohnungen in den Prora-Blöcken I und II

Ulrich Busch und Partner kaufen Teile des "Koloss von Rügen"

Prora (gü). Mega-Projekt für Prora! Der auf Rügen tätige Bauunternehmer Ulrich Busch und sein Partner Dieter Zeuke von der Ostbau GmbH in Osterburg haben die Blöcke I und II des als Koloss von Rügen bekannten 4,5 Kilometer langen Baus aus Nazi-Tagen gekauft. Beide Unternehmer wollen mit der Prora Projektentwicklungs GmbH in einem ehrgeizigen Vorhaben rund 540 Wohnungen schaffen.

Nutzung: Eigentum, Ferien- und Mietwohnungen, dazu kommen hausinterne Infrastruktur zum Einkaufen für Mieter, Besitzer und Gäste. Auch über eine kulturelle Nutzung im Erdgeschoss der beiden Blöcke wird intensiv verhandelt, wie Ulrich Busch gegenüber dem RÜGANER ANZEIGER ausführt. Im Gespräch ist man, laut Busch, mit einigen Museumsbetreibern, die aus dem Block III der so genannten Museumsmeile ausziehen werden. Über den erneuten Verkauf der beiden Blöcke I und II berichtete Bürgermeister Horst Schaumann (parteilos) dieser Tage während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung (siehe RÜGANER ANZEIGER vom 5. Oktober). Mehrmals wurden die Blöcke in den letzten Jahren offiziell veräußert, immer wieder platzten jedoch die Abschlüsse der entsprechenden Kaufverträge. Im aktuellen Fall muss der Haushaltsausschuss des Bundestages dem Verkauf noch zustimmen. Wie es aus der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Rostock heißt, sei allerdings noch kein Termin bekannt, wenn diese Abstimmung im Ausschuss behandelt werden soll. Unterdessen gehen die Bemühungen von Busch und Zeuke in eine neue Runde nach dem Kauf. Im kommenden Sommer 2007 soll mit den Sanierungsarbeiten in den einzelnen Treppenaufgängen begonnen werden. Erste Eigentümer, Gäste oder Mieter könnten dann Ende 2007 einziehen, blickt Ulrich Busch voraus. Insgesamt sind 140 Ferienwohnungen sowie rund 400 Eigentums- und Mietwohnungen geplant. Die Wohnungen sollen zwischen 40 und 80 Quadratmeter groß werden. Insgesamt sind 19 Treppenaufgänge zu rekonstruieren. Neben einer einfachen und zweckmäßigen Ausstattung erhalten alle Wohnungen einen Balkon. Die konkreten Planungen sollen im November der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Hierzu wird es zeitnah eine diesbezügliche Information für die Rügener Öffentlichkeit geben. Eine solche massive Bebauung ist im benachbarten Ostseebad Binz nicht unumstritten. Besonders Hoteliers befürchten ein Überrennen des mondänen Seebades, statt gehobenen Urlaubserlebnisses. Deswegen scheint es wichtig, dass die angeregte Infrastruktur für die Mieter und Gäste auch kommt, bezeichnet ein nicht genannt werden wollender Hotelier einen möglichen Ausweg. Die Entwicklung der Mega-Immobilie in Prora beherrscht seit dem Auszug der NVA immer wieder die Schlagzeilen. Ein erster erfolgreich getätigter Verkauf fand mit dem Block III an die Inselbogen GmbH statt. Nunmehr hat der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung der Entwicklung des Blockes V als Jugendherberge auf eigene Rechnung zugestimmt. Für Block IV gibt es derzeit keine Interessenten, so Bürgermeister Schaumann in diesem Zusammenhang.