Familie Hick mit Unternehmerpreis geehrt
Störtebeker Festspiele beim Unternehmer-Konvent ausgezeichnet
Potsdam/Rügen (gü). Große Ehre für Rügens „erste Piratenfamilie“! Ruth und Peter Hick, gemeinsame Gründer, Geschäftsführerin bzw. Intendant der Störtebeker Festspiele in Ralswiek, sind am gestrigen Dienstag mit dem Unternehmerpreis in der Kategorie „Unternehmen“ geehrt worden. Der Preis wurde auf dem 12. Unternehmer-Konvent des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) sowie in Zusammenarbeit mit der Zeitung „SUPERillu“ durch den brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) an die Eheleute Hick in Potsdam überreicht. Tochter Anna-Theresa Hick begleitete ihre Eltern zu der Veranstaltung mit rund 500 Gästen.
Zu den Gratulanten gehörten auch Rügens Sparkassenchef Herbert Ostermoor sowie Claus Friedrich Holtmann, Geschäftsführender Präsident des OSV. Der Preis geht zu gleichen Teilen an die Familienmitglieder, die durch ihren Einsatz und ihr persönliches Engagement die Störtebeker Festspiele zu einer kulturellen aber auch gesellschaftlichen Institution auf der Insel Rügen gestaltet haben. Peter Hick dankte in seiner Rede ausdrücklich den Mitarbeitern der Störtebeker Festspiele GmbH & Co. KG. Immerhin arbeiten rund 40 Menschen ganzjährig für die Festspiele, in der Saison sind es weitere rund 180 Rüganer, die einen Arbeitsplatz in Ralswiek auf der Naturbühne finden.
Der Unternehmerpreis in der Kategorie „Unternehmen“ würdigt „besonders nachhaltige Geschäftsideen und Marketingstrategien, die dazu beitragen, dass sich ein Unternehmen erfolgreich am Markt behauptet“, wie es in der Laudatio für die Preisträger heißt. Der Unternehmerpreis wurde am gestrigen Nachmittag zudem in den Kategorien „Unternehmer des Jahres“, „Kommune des Jahres“ sowie „Verein des Jahres“ verliehen. Die Preise gingen je einmal nach Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Herbert Ostermoor bezeichnete die Preisverleihung an die Familie Hick als eine „hervorragende Wahl. Gemeinsam mit ihrem Team haben die Eheleute Hick die Störtebeker Festspiele weit über unsere Insel hinaus bekannt gemacht und sind für uns ein positiver Imageträger“, so Ostermoor. I m Jahr 1992 kamen die Eheleute Hick auf die Insel und haben die damals brach liegende Naturbühne am Großen Jasmunder Bodden zu neuem Leben erweckt. In diesem Jahr wurde die erste Open-Air-Aufführung über den hier berühmten Seeräuber Klaus Störtebeker gezeigt. Mittlerweile haben rund 4,3 Millionen Menschen seit dieser Premiere die Abenteuer um die Likedeeler verfolgt. In dieser Saison konnten die Störtebeker Festspiele mit rund 378.000 Besuchern einen neuen Gästerekord verzeichnen. Und der „Störti-Boom“ hält an. Nach Angaben des Managements sind bereits heute mehrere tausend Karten für 2009 verkauft.
Peter Hick erinnert sich für unsere Zeitung an die Tage, als es mit den Störtebeker Festspielen los gehen sollte: Kurz nach der Wende fragte ihn eine Investorengruppe, ob er für sie die Naturbühne in Ralswiek auf der Insel Rügen wieder beleben würde. Hick fand das spannend, sagte zu, kündigte in Segeberg (arbeitete hier als Intendant für die Karl-May-Festspiele) – und musste wenig später feststellen, dass die „Investoren“ alles Mögliche hatten, nur kein Geld!
Nun schien alles vorbei zu sein, bevor es überhaupt beginnen konnte. Nach längerer Rücksprache mit seiner Frau beschloss der Stuntman, wieder einmal zu springen, nur diesmal ins sprichwörtlich kalte Wasser. Mit Banken reden, Millionenkredite aushandeln, Sponsoren finden, ein Stück schreiben, Schauspieler engagieren, ein Ensemble aufbauen, Pferde kaufen, Schiffe bauen – das alles und noch viel mehr schien umsonst zu sein, fortgespült vom Dauerregen des nassen Sommers 1993. „Bei der Premiere goss es wie aus Kübeln, und im Prinzip blieb den ganzen Sommer über verregnetes Wetter“, erinnert sich der Intendant. Das alles ist aber lange vorbei. Peter Hick und seine Frau Ruth haben nicht aufgegeben, sondern sind finanziell ein hohes unternehmerisches Risiko eingegangen, haben weitergemacht und spätestens seit 1995 war klar, dass das Ralswieker Spektakel erfolgreich sein würde. Seit zwei Jahren ist auch Tochter Anna-Theresa in die Geschäftsleitung der Festspiele eingebunden. „Der Mythos Störtebeker zieht, wir bringen jedes Jahr ein neues Stück heraus, in dem das Leben des Piraten weitererzählt wird. Bis zur Hinrichtung auf dem Hamburger Grasbrook dauert ein Zyklus vier bis fünf Jahre.“ Und danach? „Dann beginnt der Kampf der Piraten eben wieder von vorn, mit neuen Geschichten, neuen Bühnenbildern, neuen Effekten und wechselnden Akteuren“, sagt Peter Hick, der genau weiß, wie man ein großes Publikum bei der Stange hält.
„Doch der Erfolg wäre ohne unser gesamtes Team gar nicht möglich. Die Auszeichnung gilt somit auch allen Mitarbeitern, vom Kartenkontrolleur über die Schneiderei bis hin zum Beleuchter und Bühnenarbeiter. Allen Mitarbeitern gilt unser Dank für die bisherige gute Zusammenarbeit“, so Peter und Ruth Hick. Ein großer Dank geht in diesem Zusammenhang auch an NISSAN Deutschland, das Autounternehmen steht als Sponsor der ersten Stunde an der Seite der Störtebeker Festspiele, so Hick abschließend.
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