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Dieser Artikel wurde am 02. Dezember 2009 um 06:42 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Es wird erklärt, warum es schützenswert ist

Weiße Flotte bietet mit Partnern Robbenexpeditionen im Dezember an

Lauterbach (gü). Die Zusammenarbeit zwischen Tourismusbetrieben und Institutionen des Naturschutzes erreicht eine neue Qualität! Dr. Henning von Nordheim von der Bundesakademie für Naturschutz auf dem Vilm, Sabine Schlender, kommissarische Leiterin des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen, und Jörg Lettau, Geschäftsführer der Weißen Flotte, stellten in der letzten Woche eine gemeinsames Konzept für Robbenexpeditionen vor. Diese Expeditionen sollen im Dezember vorerst drei Mal stattfinden. Dann gibt es im Januar eine Auswertung, um den „Erfolg“ für Mensch und Tier zu messen, wie bei der Präsentation deutlich wurde.

Viele Gespräche haben zwischen den drei beteiligten Partnern stattgefunden, eröffnete Lettau die Vorstellung des Projektes, das nicht ganz unumstritten ist. Dennoch: Die drei Partner sind sich einig, dass sie die Robbenexpeditionen im Dezember nutzen wollen, um interessierten Gästen und Einwohnern bei der Fahrt zu erläutern, warum es schützenswert ist, was möglicherweise an Robben gesehen wird. Denn die Fahrt wird nicht nur eine „lustige Seefahrt“, sondern hat auch Bildungspolitischen Anspruch für Naturliebhaber, die gern Kegelrobben in freier Natur beobachten möchten. Der Biologe Florian Hoffmann von den Urlaubsrangern Rügen wird die Gäste der Expeditionen auf das Thema einstimmen. In seinem Vortrag erfahren die Gäste vieles über die Geschichte der Robben in den Gewässern rund Rügen und über die aktuellen Populationen, die sich quasi „freiwillig“ in den letzten Jahren hier wieder angesiedelt haben. Immerhin wurde die Robbe bis ins Jahr 1920 vom Menschen in diesen Breitengraden ausgerottet.

Dr. Henning von Nordheim geht davon aus, dass sich zwischen zehn und 15 Tiere im Greifswalder Bodden aufhalten. Auch wenn das Schiff sein Ziel erreicht hat, wird der Gast offensiv in die Expedition eingebunden. So bekommt er ein Fernglas zum besseren Erkennen der Tiere und einen Notizzettel für seine Beobachtungen. Alle drei Partner sind sich einig, dass die Fahrten für ein Monitoring genutzt werden sollen, um mehr über die Anzahl der Tiere zu erfahren, ohne sie zu stören. Denn eine erste Probefahrt vor wenigen Wochen zeigte einen möglichen Erfolg auf, wie es hieß: „Das Schiff umrundet in weitem Abstand die Tiere, ohne sie zu erschrecken“, lautete das Fazit der Beteiligten.