„Es ist auch mal schön, so herrlich böse zu sein“
Martina Guse als „Königin Margarete von Dänemark“

Königin Margarete von Dänemark (Martina Guse) will expandieren und hat Störtebeker dabei als Gegner.Foto: Pfaffe
Von Andreas Pfaffe
Sie ist eine sympathische Frau und eine hervorragende Schauspielerin. Die Rede ist von Schauspielerin Martina Guse (46), die im diesjährigen Stück „Der Seewolf“ auf der Naturbühne in Ralswiek in die Rolle der Königin Margarete von Dänemark geschlüpft ist. Und sie erweckt diese historische Figur mit der ihr eigenen Stärke und einer überzeugenden schauspielerischen Leistung zum Leben. Königin Margarete von Dänemark streitet mit Schwester, Herzogin Ingeborg von Mecklenburg (Patricia Schäfer) erbittert um die schwedische Krone. „Margarete ist die Strategin“, sagt sie zu ihrer Rolle, „die expandieren will, um das Baltikum zu erobern. Ingeborg hingegen erscheint ihr gegenüber wie eine Barbie-Prinzessin.“
Im vierten Bild feiert die Dänenkönigin mit ihrem Gefolge in einem Feldlager vor der Feste Stockholm ein ausgefallenes Gelage, während man in der Feste selbst am Hungertuch nagt. Da plötzlich besucht sie überraschend ihre Schwester, Herzogin Ingeborg von Mecklenburg. Beide Rivalinnen liefern sich einen herrlich-amüsanten Zickenkrieg. „Während der Proben hatte ich Zweifel, weil die Szene sehr lang ist. Doch jetzt bei den Aufführungen spüre ich, dass die Zuschauer jeden Abend viel Spaß gerade an dieser Szene haben, weil sie auch mit überaus gutem Humor gewürzt ist.“
Ich bin mir sicher, dass auch Ihnen Königin Margarete ans Herz wachsen wird. Auch deshalb, weil sie von Martina Guse verkörpert wird. Die in Osterburg in der Altmark geborene Schauspielerin lebt heute mit ihren Kindern Benno (20) und Marlen (15) in Baden-Baden, wo sie zum Teil in einem renommierten Schuhgeschäft arbeitet, um die finanzielle Sicherheit für das Leben der kleinen Familie zu erhalten. „Viele werden in Zukunft auch andere Jobs machen müssen, um es sich leisten zu können, freischaffender Schauspieler zu sein“, weist sie auf einen ernsten Umstand hin. Nach dem Schauspielstudium in Leipzig folgte ein 15-jähriges Engagement in Rostock. Als dies 1998 zu Ende ging, hatte sich Martina Guse schon einmal für die Störtebeker Festspiele beworben. Erst 2004 wurde ihr Wunsch Wirklichkeit, als sie im Stück „Im Zeichen des Kreuzes“ die Rolle der Sophie von Pommern-Wolgast spielte - eine starke adelige Dame, die hoch zu Ross ihre Untertanen befehligte.
Bis vor kurzem spielte sie am Forum Theater Stuttgart „Wandlungen einer Ehe“ von Sandor Marai (welches nach den Störtebeker Festspielen wieder aufgenommen wird) und in Heidelberg Henning Mankells „Antilopen“. Nach ihrem Aufenthalt auf Rügen wird die Studioarbeit als Sprecherin für den deutsch-französischen Fernsehsender „arte“ ihren Arbeitsalltag bestimmen und ein Solo-Abend, den sie als Monolog vorbereitet.
Erst einmal ist sie noch bis zum 6. September auf der Naturbühne in Ralswiek am Großen Jasmunder Bodden zu erleben. Einmal pro Woche genießt sie die Ausritte im Team durch die Rügener Landschaft, spielt gerne Tennis und schwärmt für die Insel Hiddensee, ebenso, wie für die einsamen Strände an Rügens Küste, wo sie die Zeit mit Tochter Marlen verbringt, die in den Ferien bei ihr ist. Mit dabei ist immer auch Hündin „Aida“, die nach der großen Freiheitsoper ihren Namen erhalten hat. „Es ist ein Geschenk, hier auf der Insel zu sein um zu arbeiten“, gesteht Martina Guse. Auch wenn der Service hier mancherorts noch Reserven aufweist, wie sie sagt.
Das Team der Störtebeker Festspiele vor, auf und hinter der Bühne hat sie jedenfalls erneut überzeugt. „Das ist Theater erster Güte. Hier stimmt alles und ich bin froh, dabei sein zu dürfen“, so die Schauspielerin Martina Guse.
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