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Dieser Artikel wurde am 30. November 2011 um 07:52 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Erstes Seeheilbad auf der Insel?

Gemeinde Sellin strebt diesen Titel auf Empfehlung des Bäderverbandes an

Von Steffi Besch

Ostseebad Sellin. Die Gemeinde backt schon lange keine kleinen Brötchen mehr: In den vergangenen 20Jahren entwickelte sich das zweitgrößte Ostseebad der Insel zu einem beliebten Urlaubsziel. Neue Pensionen, liebevoll restaurierte Villen, Gastronomie, Kurpark, Spielplätze und Veranstaltungen locken jährlich rund 160.000 Gäste nach Sellin. Doch jetzt strebt die Gemeinde den Titel des Seeheilbades an. „Der Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern hat uns kürzlich besucht. Nachdem Kurdirektoren, Vertreterinnen des Wirtschafts- und Sozialministerium des Landes und der Geschäftsstelle des Verbandes ihren Rundgang abgeschlossen hatten, waren sie von der Entwicklung begeistert und empfohlen uns, höher zu greifen und dem Status des Seeheilbades den Weg zu ebnen“, sagte Bürgermeister Reinhard Liedtke und informierte die Gemeindevertreter über diese Möglichkeit für Sellin auf der Sitzung in der vergangenen Woche und war sich sicher:

„Wir müssen lediglich unser Ostseewasser als Heilmittel einsetzen.“ Die Delegation des Verbandes bescheinigte dem Ort, so Liedtke weiter, dass Sellin den Status eines Seebades sogar verdiene. In einem entsprechenden Schreiben der Geschäftsführerin des Verbandes heißt es: „Da die Gemeinde Sellin die besten Voraussetzungen zur Höherprädikatisierung bietet, empfiehlt die Arbeitsgruppe einstimmig, den Status eines Seeheilbades anzustreben.“ Damit wäre Sellin in der Kette der Kurorte Rügens, neben dem Ostseebad Göhren als Kneipp-Kurort und dem Ostseebad Baabe als Favoriten für den Titel „Heilklimatischer Kurort“, dass einzige Seeheilbad auf der Insel.

Sellin habe sich zudem nach Auffassung aller Teilnehmer der Arbeitsgruppe zu einem absoluten Vorzeigeseebad auf der Insel Rügen entwickelt, heißt es in einem Schreiben des Bäderverbandes. Im Projekt des Bäderverbandes Mecklenburg-Vorpommern zum „Konkreten Anpassungsbedarf der Kur- und Erholungsorte an den demographischen Wandel unter Berücksichtigung von ganzjährigen Mehrgenerationsangeboten“ zeige sich deutlich, dass die Kur- und Erholungsorte ihre Alleinstellungsmerkmale ausbauen sollten, um sich von anderen zu unterscheiden. Im Gegensatz zu einem Ostseebad muss ein Seeheilbad laut dem Kurortgesetz zusätzliche Bedingungen erfüllen. So ist die Lage an der Küste u. a. genauso Voraussetzung wie eine überwachte Luftqualität, Einrichtungen zur Abgabe und Anwendung der Kurmittel, einwandfreie Badewasserqualität, Strandpromenaden, Parkanlagen sowie Strand- oder Landschaftswege ebenso wie ausreichend Möglichkeiten für Spiel und Sport.

Auch Kommunikations- und Informationseinrichtungen müssen laut Kriterienkatalog verfügbar sein. Zusätzlich ist mindestens eine Praxis eines Badearztes vorgeschrieben. Diesen Punkt erfüllt Sellin mit der Praxis von Dr. Stefan Pottgießer schon heute. Das Ostseebad wird die Empfehlung des Verbandes zu nutzen wissen.