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Dieser Artikel wurde am 29. November 2011 um 11:06 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Engagierte Frauen verkaufen Rügener Bügelbäume für guten Zweck

Inner Wheel Club Rügen lädt am 2. Adventswochenende zum Weihnachtsmarkt nach Bergen ein.

Von Holger Vonberg

Bergen auf Rügen. Wenn es am zweiten Adventswochenende in Hermerschmidts Hotel „Kaufmannshof“ nach Punsch und Stollen duftet und Kerzen die Gasträume in warmes Licht tauchen, dann sind die Insulaner und ihre Gäste recht herzlich zum traditionellen Weihnachtsmarkt des IWC Rügen eingeladen. Im Mittelpunkt dürfte dann neben kunsthandwerklichen Geschenken der Rügener Bügelbaum stehen. „In den vergangenen Jahren haben wir sehr erfolgreich diesen Baum verkauft, dessen Tradition vor zwei Jahren von Gisa Reimann zu neuem Leben erweckt wurde“, sagt Barbara Lüth. Seit Juni ist sie Präsidentin des Inner Wheel Clubs Rügen.

Inner Wheel ist eine weltweite Frauenorganisation, deren Mitglieder weibliche Angehörige von Rotariern oder Inner Wheelerinnen sind. Diese Service-Organisation ist in 103 Ländern vertreten und zählt etwa 100 000 Mitglieder, auf Rügen sind 18 Freundinnen im IWC. Sie haben sich der Freundschaft untereinander verpflichtet, dem sozialen Engagement und der internationalen Verständigung.

Einem sozialen Zweck dient auch der Weihnachtsmarkt, denn der komplette Erlös soll dem Schwimmlager in Thiessow zugute kommen. Im vergangenen Jahr wurde für die DRK-Förderschule Patzig gespendet. Ursprünglich ist das Aufstellen eines Bügelbaumes im 19. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts als Weihnachtsbaum auf der Insel Hiddensee bekannt. Anstelle eines geschmückten Tannenbaumes wurden eiserne Fassreifen oder Weidenruten ineinander gesteckt, zwei größere unten, zwei kleinere oben. Sie wurden an einer Stange befestigt, die auf einen Fuß gestellt wurde. Dann umwickelte man alles mit Buchsbaum, Wacholder oder Seidenpapier. An die Außenrundungen der Bügel wurden Kerzen gesteckt. Dazwischen zog man Schnüre an denen vergoldete Nüsse, Backpflaumen, Zuckerwerk, Plätzchen, Äpfel und Lebkuchen nach Herzenslust ihren Platz fanden. Warum gerade auf Hiddensee dieser Brauch verbreitet war, wird oftmals mit dem Mangel an Nadelbäumen auf der Insel erklärt.

Der neu entwickelte Bügelbaum ist 75 Zentimeter hoch. Der Holzständer steht in einem stabilen Holzfuß. Die handgeschmiedeten Reifen, an denen vier Kerzenhalter befestigt sind, haben einen Durchmesser von 50 Zentimetern. Das Schöne daran: Der Bügelbaum kann platzsparend zerlegt werden. Der Preis für den nicht dekorierten Rohling beträgt 50 Euro. „Das scheint auf den ersten Blick viel Geld zu sein. Aber es dient dem guten Zweck. Und man hat ein Leben lang Freude daran, denn der Bügelbaum kann nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern auch zu Ostern, Geburtstagen oder anderen Feierlichkeiten individuell geschmückt werden“, sagt Sonja Neuber, eine Wahlrüganerin, die den Bügelbaum schon jetzt ins Herz geschlossen hat. Holger Vonberg

Info

Der Weihnachtsmarkt im Bergener „Kaufmannshof“ findet am 3. Dezember von 11 bis 20 Uhr und am 4. Dezember von 11 bis 18 Uhr statt.