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Dieser Artikel wurde am 12. April 2006 um 01:53 Uhr in der Rubrik Wirtschaftsnachrichten veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Elektronische Kurkarte vorgestellt

Tourismusverband geht mit dem Projekt in die Offensive

Ostseebad Binz (gü). Wir müssen weg vom Image der Abzocker-Insel, so Thomas Wuitschik, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes Rügen, und Dr. Thomas Gelshorn von der gleichnamigen Unternehmensberatung gegenüber den Mitgliedern des Betriebsausschusses der Kurverwaltung. Diese ließen sich am Montag über das Projekt Elektronische Kurkarte und RügenCARD des Tourismusverbandes in Zusammenarbeit mit der Tourismuszentrale informieren.

Der Gast zu oft in die Brieftasche, so Wuitschik. Die Idee des Verbandes: Künftig eine Karte, mit der der Gast seinen Kurbeitrag entrichtet hat und eine Palette an Grundleistungen in Anspruch nehmen kann, wie beispielsweise Bäderbahnen, Strandnutzung, RPNV und anderes mehr. Regional könnten in Form der RügenCARD dann noch Erlebnispakete verkauft werden.

Derzeit sitzen mit den Gemeinden Sellin, Putbus, Baabe und Göhren vier staatlich anerkannte Erholungsorte bzw. Ostseebäder mit im Boot. Natürlich wollen wir dieses Projekt mit den Big Playern der Insel gemeinsam voranbringen, so Dr. Gelshorn mit Blick auf das größte staatlich anerkannte Ostseebad. Und Thomas Wuitschik ergänzt: Derzeit haben wir viele Ausrufezeichen, die für das Projekt sprechen und einige Fragezeichen. Wir haben uns als Verband allerdings vorgenommen, das Projekt solange voranzutreiben, bis die Fragezeichen beantwortet sind. Konzeptionell will der Verband Ende Mai mit der Vorstellung des Projektes auf der Insel durch sein. Nächste Stationen sind unter anderen das Seebad Göhren sowie die Gemeinde im Norden von Rügen. Weitere Gemeinden sind an der elektronischen Kurkarte interessiert, so Gelshorn und Wuitschik.

Als mögliches Ziel eines ersten Starts der Elektronischen Kurkarte und RügenCARD hat sich der Verband das Frühjahr 2007 vorgenommen. Die neue Gästekarte soll dem Gast das Gefühl vermitteln, Rügen entdecken zu können, ohne ständig zur Kasse gebeten zu werden. Zudem sollen die Angebote übersichtlicher und transparenter dargestellt werden. Dies ist heute mit Kurkarte, RügenCARD und anderen Karten nicht immer gegeben, wie der Unternehmensberater während der Untersuchung zum Projekt festgestellt hat. Desweiteren sollen die Kur-karten der staatlichen Erholungsorte und Seebäder aufgewertet und somit schlussendlich auch besser akzeptiert werden. Ein weiterer positiver Effekt könnte sich durch bessere Kontrollmöglichkeiten bei der Abrechnung der Kurtaxe ergeben. Denn die Abrechnung soll auf direktem Weg zwischen Vermieter und jeweiliger Kurverwaltung erfolgen. Optimal wäre eine Kurtaxe für die ganze Insel, beschrieb Gelshorn ein Szenario, das allerdings mit den entsprechenden Auflagen für alle Orte im Zuge der Anerkennung als staatlicher Erholungsort bzw. Seebad im Zusammenhang steht.

Langfristiges Ziel des Verbandes bei der Elektronischen Kurkarte und RügenCARD ist, eine Gästekarte als All-Inklusive-Karte für den Gast auf Rügen zu haben. Andere Regionen machen es vor, so Gelshorn, der die Beispiele Allgäu-Walser-Card und Usedom-Karte nannte. Mit der angestrebten Lösung könnte beispielsweise auch die Diskussion um eine Tageskurkarte erschlagen werden, so die beiden Verantwortlichen gegenüber den Mitgliedern des Ausschusses. Diese hatten nach der Präsentation eine Fülle von Fragen, die es galt zu beantworten oder als Hinweis mit auf den weiteren Planungsweg zu nehmen.

So haben besonders Klein- und Kleinstvermieter nicht die entsprechende Technik, um das angedachte umzusetzen. Hierbei wird es ein paralleles Angebot einer Kurkarte in Papierform erst einmal weiter geben. Im Betriebsausschuss stieß das Vorhaben des Tourismusverbandes am Montagabend überwiegend auf Zustimmung, jedoch seien noch viele Fragen zu klären, die Verbandschef Wuitschik eingangs als Fragezeichen betitelt hatte, die es gilt, zu beantworten. Alle vor Ort handelnden Personen im Tourismus werden in den nächsten Wochen und Monaten inhaltlich darüber diskutieren müssen.

Wie der RÜGANER ANZEIGER online erfahren hat, ist das Vorhaben von den anwesenden Ausschussmitgliedernim nichtöffentlichen Teil der Sitzung mit fünf Nein-Stimmen und zwei Ja-Stimmen abgelehnt worden.

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