Springe zu: Navigation | Inhalt | Aktuelle Themen
Dieser Artikel wurde am 05. August 2009 um 01:56 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Eine Insel, ein Biosphärenreservat?

Insula Rugia e.V. bekräftigt Haltung für ein Biosphärenreservat Rügen

Bergen auf Rügen (fm/DR). Der Verband Insula Rugia e.V. spricht sich erneut für ein Biosphärenreservat Rügen aus! Dies bekräftigten die Mitglieder während der letzten Jahreshauptversammlung Ende Juli. Im Rahmen einer öffentlichen Informations- und Diskussionsrunde zu diesem Thema wurde über die „Erweiterung des Biosphärenreservates“ diskutiert. Dabei brachten die anwesenden Vereinsmitglieder um den Vorsitzenden Hans Dieter Knapp ihre Haltung für eine über die geplante Erweiterung hinausgehende Ausdehnung des Amtsbereichs im Sinne einer ganzheitlichen Regionalentwicklung zum Ausdruck, wie einer entsprechenden Mitteilung zu entnehmen ist.

Dort heißt es unter anderem: Nach Auffassung von Insula Rugia „sind nur sachbezogene Argumente und Transparenz geeignet, die vielen, zumeist unbegründeten Vorbehalte gegen eine Erweiterung des Biosphärenreservates abzubauen“, mahnt der Vorsitzende Hans Dieter Knapp. Steffen Woidig, zuständig für Öffentlichkeit und Presse beim Amt für das Biosphärenreservat, führte während der Diskussion folgende Punkte für die Fortsetzung einer Debatte auf:

„Auch mit der Erweiterung des Biosphärenreservates werden keine neuen oder zusätzlichen staatlichen Ämter/Behörden geschaffen. Lediglich die Zuständigkeit ändert sich und für das Gebiet des Biosphärenreservates ist dessen Amt die zuständige Untere Naturschutzbehörde.

Das Amt für das Biosphärenreservat hat aber im Gegensatz zu sonstigen Naturschutzbehörden zwei gleichrangige Schwerpunkte zu bearbeiten: Schutz von Natur und Landschaft auf der Grundlage bestehender gesetzlicher Grundlagen sowie Unterstützung und Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft. Die Einteilung des Gebietes in drei Zonen: Kernzone ohne wirtschaftliche Nutzung (drei Prozent), Pflegezone mit ökologisch orientierter Nutzung, besonders auf bereits festgesetzten Naturschutzgebietsflächen wie Granitz oder Zicker Berge sowie die Entwicklungszone in der eine wie bisher erfolgte Nutzung nach guter fachlicher Praxis fortgeführt werden kann. Aus der Erweiterung durch den Einschluss der an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) übertragenen Gebiete am Kleinen Jasmunder Bodden sind weitere Unterschutzstellungen im Rahmen der Erweiterung weder nötig noch beabsichtigt.

Ein neues Entwicklungskonzept für das erweiterte Biosphärenreservat soll mit den Gemeinden und dort agierenden Verbänden (Landwirte, Touristiker, Angler, Jäger) erarbeitet werden. Dazu sind intensive Gespräche im vorgesehenen Untersuchungsraum in einer Zeitspanne von drei Jahren zu führen und erst nach Abschluss dieser Untersuchungen haben die Gemeinden zu entscheiden, ob sie dem Biosphärenreservat beitreten wollen oder nicht. Die derzeitigen Gespräche haben lediglich das Ziel, die Gemeinden zu gewinnen, im Untersuchungsraum insbesondere an der Ausgestaltung einer neuen Verordnung mitzuwirken und deren Wirksamkeit praktisch zu erproben.“ Den weiteren Aufklärungsprozess zu unterstützen, sei nach wie vor Anliegen des Verbandes Insula Rugia, wie es im Laufe der Diskussion hieß: Der Verband Insula Rugia vertritt die Auffassung, dass sowohl die Insellage mit ihrem spezifischen Wirtschaftsprofil, die herausragende Natur- und Landschaftsausstattung aber auch das Ringen um den weitgehenden Erhalt einer politischen Unabhängigkeit zur Wahrung der Identität dafür sprechen, ein „Biosphärenreservat Rügen“ anzustreben, auch wenn diese Vorstellung derzeit politisch nicht umsetzbar erscheint.

In den Diskussionen mit Gemeinden und Verbänden sowie weiteren Interessenvertretern sollten konkrete Vorstellungen des Amtes für das Biosphärenreservat zur Flächenzonierung beraten werden. So sollte möglichst konkret und sogar parzellenscharf besprochen werden, welche wirtschaftlichen Konsequenzen bei Zuordnung zu einer der drei Zonen zu beachten wären. Notwendig erscheint es, den Diskussionsprozess auf breiterer Ebene als bisher zu führen. Ähnlich dem vom Verband Insula Rugia initiierten „Rügen-Forum“ der 1990er-Jahre, in dem wichtige Entwicklungsstrategien Rügens unter Einbeziehung von kompetenten Beauftragten aller relevanten Interessenvertretungen beraten und abgestimmt wurden, sollte eine solche Beratungsplattform für dieses wichtige Thema Erweiterung des Biosphärenreservates gefunden werden.

« Nächster Artikel
Schussschneisen

Vorheriger Artikel »
Tourismusausschuss konstituiert