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Dieser Artikel wurde am 29. August 2007 um 04:03 Uhr in der Rubrik Störtebeker Festspiele veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Dietmar Lahaine als Goedeke Michels

Die Rolle des Piratenhauptmanns wächst mit dem Schauspieler

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Goedeke Michels (Dietmar Lahaine) muss hier eingestehen, dass Klaus von Alkun auch trinkfester ist als er. Foto: Pfaffe

Er ist eines der Urgesteine der Störtebeker Festspiele in Ralswiek: Dietmar Lahaine. Der Schauspieler verkörpert von Anfang an, seit 1993, den Seeräuber Goedeke Michels. Es gibt keinen anderen Schauspieler bei den Störtebeker Festspielen, der das von sich sagen kann. Als Darsteller hat er diese Figur geprägt und für sich erfunden. In der Historie wird zwar mehr über Goedeke berichtet als über Klaus Störtebeker, aber trotz allem ist auch diese Figur frei zu interpretieren. Es existieren keine Abbildungen von den beiden Helden. Also kann er der Legende freien Lauf lassen und dem Goedeke seinen Stempel aufdrücken, so Intendant Peter Hick. Dass der Goedeke in der damaligen Zeit der berühmtere Seeräuber war als Störtebeker, mag aus heutiger Sicht verwundern. Erst sechzig Jahre nach Störtebekers Hinrichtung machte ein anderer Pirat in seinem Namen die Ost- und Westsee unsicher, und damit entstand die Legende um Klaus Störtebeker. Obwohl ich die Rolle nun schon so lange spiele, habe ich nicht das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Vielmehr habe auch ich mich mit der Figur des Goedecke Michels weiter entwickelt, so der reitende und kämpfende Piratenhauptmann. Im letzten Jahr, als er seinen Freund Störtebeker verlor, war die Szene an Tragik und emotionaler Rührung kaum zu überbieten. In diesem Jahr, mit Beginn der neuen Saga, hat er in Klaus von Alkun seinen Freund gefunden. Wie die Jungs auf dem Bolzplatz treten sich die beiden Figuren gegenüber, geprägt von Rivalität. Doch Klaus hält gut dagegen, und das beeindruckt Goedecke Michels so sehr, dass daraus eben die bekannte Freundschaft entsteht - und auch der Name Störtebeker (Stürzt-den-Becher). Dietmar Lahaine ist ein Vollblutschauspieler, der seine Rollen eher lebt als spielt. Und Sohn Franz (17), der auch in diesem Jahr für vier Wochen als Statist auf der Bühne stand, scheint Gefallen am Theater zu finden. Zuhause sind sie in der Nähe von Neustrelitz, wo sie naturnah ein Haus inmitten des Waldes bewohnen. Doch alljährlich von Mai bis September wechselt Dietmar Lahaine das Domizil und bezieht ein Appartement in Ralswiek. Denn er fühlt sich wohl hier, in einer landschaftlich reizvollen Gegend und in einem Team des Ensembles, das für ihn längst zur großen Familie geworden ist. Nach der Saison wird er sich seinem Projekt an der Volkshochschule Neustrelitz widmen. Hier bietet er Einsteigern die Möglichkeit zu Schauspielkursen und so dazu, sich selbst auf Herz und Niere zu prüfen, ob die Schauspielerei eine Sache fürs Leben werden könnte. Auch an seiner gemeinsam mit Schauspielerkollegen Dirk Möller inszenierten Herricht-Preil-Radio-Show, mit der beide ab November auf Tournee gehen, wird weiter gebastelt und gefeilt. Das als Radio-Show konzipierte Bühnenstück hat es in sich, denn es lebt von zwei grundlegenden Problemen. Einerseits ist der Musik-PC abgestürzt und dann sind die Texte von Herricht und Preil auch noch nicht eingetroffen ... Was sich dann entwickelt, sollten Sie selbst erleben. Übrigens: Dieses Stück ist nicht nur auf der Theaterbühne, sondern auch in Hotels oder großen Veranstaltungsräumen geeignet. Wer also Interesse hat, Herricht und Preil - ähm Lahaine und Möller - zu engagieren, der kann das gerne tun, denn noch sind einige Termine frei. Den Kontakt hierfür vermittelt Ihnen der RÜGANER ANZEIGER.