“Die Politik muss alle Risiken abwägen.”
Dr. Angela Merkel (MdB/CDU) zu Gast in ihrem Wahlkreis beim Erlebnis-Bauernhof Kliewe
Mursewiek (apf). Es war ein kleiner Kreis von Personen, am vergangenen Freitag, der sich auf dem Erlebnis-Bauernhof Kliewe auf hohen Besuch vorbereitet hatte. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hatte ihr Versprechen vom Frühjahr wahr gemacht und sich als Mitglied des Bundestages in ihrem Wahlkreis zum Informationsbesuch bei Holger Kliewe angekündigt. Sie wollte wissen, wie sich das Familienunternehmen Kliewe nach der Vogelgrippe, welche das Unternehmen im Frühjahr an den Rand der Existenz gebracht hatte, entwickelt und welche Wirkungen diese heute noch auf die Geflügelzüchter auf Rügen hat.
Holger Kliewe hatte sich mit Lothar Püschel als Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Manfred Puchert (Kreisvorsitzender des Vereines der Kleintierzüchter), Ernst Heinemann (Vorsitzender Rügen Produkte e.V.) und Dietrich Schuchardt, Rassegeflügelzüchter und Vorsitzender des Vereines Phönix Barth, kompetente Verstärkung eingeladen. Obwohl sich die Situation normalisiert habe, da seit April keine Fälle von H5N1 mehr festgestellt werden konnten, würden die Auswirkungen der Aufstallung die Geflügelzucht schon stark beeinflussen, so Kliewe. Es ist auch nicht zu verstehen, warum wir auf Rügen unsere Tiere im Stall halten müssen und in anderen Teilen Deutschlands diese Regelung nicht zutrifft. Schließlich geht die Gefahr der Tierkrankheit von Wildvögeln aus, die sich überall frei bewegen, so Kliewe. Und Manfred Puchert fügt dem hinzu, dass die Maßnahmen zur Aufstallung dazu geführt haben, dass von einst 306 heute nur noch 203 Geflügelzüchter auf der Insel übrig geblieben sind. Holger Kliewe nennt hierfür einen Grund: Die Mast im Stall ist für den Verbraucher nicht schlechter, allerdings ist für die Zucht die Freilandhaltung wichtig. Und Dietrich Schuchard befürchtet, dass deshalb manche Rasse aussterben könnte, wie beispielsweise die Pommersche Gans. Viele Unklarheiten zur Herkunft des Problems und auch Panikmache würden den Züchtern das Leben schwer machen. Dr. Angela Merkel hat Verständnis für die Probleme der Züchter. Doch Sie müssen auch verstehen. Die Politik muss alle Risiken abwägen. Man muss nur aufpassen, dass man nicht etwas festschreibt, was keinen Bestand hat. Und sie stellte den Züchtern in Aussicht, während eines gemeinsamen Gespräches mit Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer und Vertretern des Riemser Friedrich-Loeffler-Institutes darüber beraten, wie das Risiko zu minimieren sei und gleichzeitig die Bedingungen für die Geflügelzucht zu stabilisieren. Denn dass diese ein Markenzeichen speziell auch für den Tourismus auf Rügen sei, daran hege auch sie keinen Zweifel.
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