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Dieser Artikel wurde am 01. März 2006 um 11:00 Uhr in der Rubrik Vogelgrippe (Aktuell) veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Die Lage ist ernst, trotzdem hat man auf Rügen das Lachen noch nicht verlernt

Am 23. Februar um 9.45 Uhr wurde eine schon tote Rügener Ente mit Schweriner Hilfe berühmt / Offizielles Ende des "Theaterstückes" um 16.06 Uhr

Von Wolfgang Urban

Rügen. Oft war Rügens Landrätin in jüngster Vergangenheit in Medien mit sehr ernstem Gesicht präsent. Das Lachen hat sie dennoch nicht verlernt, davon kündet das Foto nebenan. Es entstand am 19. Februar im Krisenstab des Landkreises während eines Gespräches mit dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Walter Lonskowski und dem Geschäftsführer des Verbandes Lothar Püschel.

Zum entspannenden Lachen kam es inmitten von spannungsvollen Abläufen. Nach dem ersten Schreck über die Vogelgrippe haben aber vielleicht auch Sie schon mal wieder gelacht und sich mit dem Blick auf so manch ein Geschehen gesagt: Solch ein Theater! Für eine besonders dramatische Enten-Einlage sorgte übrigens am 23. Februar um 9.45 Uhr der Interministerielle Führungsstab der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern. Er verkündete der Welt per Pressemitteilung: In einem Nutzgeflügelbestand auf der Insel Rügen ist ein AI-Virus (Aviäre Influenza) bei einer Ente festgestellt worden. ... Der Bestand war im Rahmen der Überprüfungen in der Schutzzone beprobt worden. Tierärzte hatten dabei in allen Beständen Routine-Überprüfungen vorgenommen. Dabei wurde in diesem Bestand ein unspezifisches AI-Virus ermittelt. Vorsorglich wurde der gesamte Bestand daraufhin getötet. Die Probe, die zunächst im LALLF in Rostock bewertet worden war, ging anschließend an das Institut auf der Insel Riems. ... Derzeit laufen im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems die weiteren Abklärungsuntersuchungen. Dabei wird festgestellt, ob es sich um das H5N1-Virus handelt. Mit dem Ergebnis ist in den heutigen Abendstunden zu rechnen. Angesichts der Infizierung mancher Medienvertreter mit dem Vogelgrippe-Kata-strophenvirus ist es kein Wunder, dass die Schweriner Meldung die Phantasie beflügelte und die tote Rügener Ente als H5N1-Spekulationsobjekt national und international berühmt wurde. Das Theaterstück dauerte einige Stunden. Um 16.06 Uhr kam dann die offizielle Entwarnung aus dem Interministeriellen Führungsstab.... mit dem Titel: Keine H5N1-Infektion in Nutzgeflügelbestand auf Rügen. Beruhigend hieß es in der Mitteilung: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es keinen Fall von Vogelgrippe in einem Nutzgeflügelbestand. Die Untersuchung eines Verdachtsfalles in einem Nutztierbestand auf der Insel Rügen hat ergeben, dass die Ente nicht mit dem H5N1-Virus infiziert war. So konnte eine tote Ente noch einmal als Medienente in einem Politikspektakel Wiederauferstehung feiern, bevor sie nach der Bauchlandung endgültig begraben wurde.

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