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Dieser Artikel wurde am 17. Oktober 2007 um 05:28 Uhr in der Rubrik Lokale Politik veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Die CDU Rügen mit neuem Wir-Gefühl

Andrea Köster mit 66 Prozent als Vorsitzende bestätigt / Aussprache mit Klartext

Bergen auf Rügen (fm). Wahlklatsche für Andrea Köster! Nur 42 der 63 anwesenden CDU-Mitglieder gaben ihr am letzten Sonnabend die Stimme zur Wahl als neue Kreisvorsitzende der CDU Rügen. Das sind 66 Prozent. Andrea Köster nahm die Wahl trotzdem an. Die Rügener Christdemokraten trafen sich im Park-Hotel Rügen, um einen neuen Kreisvorstand zu wählen. Besser schnitten die beiden Kandidaten um die Stellvertreterposten, Rainer Feit und Herbert Dobelstein, ab. Mit 54 bzw. 53 Stimmen wurden sie deutlich im Amt bestätigt. Norbert Manfraß, Kandidat für den Schatzmeister, wurde sogar mit 60 Stimmen wiedergewählt.

Insgesamt 13 Kandidaten bewarben sich für einen der acht Beisitzerposten. Gleich im ersten Wahlgang wurden alle acht Beisitzer bestätigt. Dabei erzielte Wilhelm Hacker mit 49 Stimmen das beste Ergebnis. Des weiteren im neuen Vorstand vertreten sind Matthias Ogilvie (45 Stimmen), Herbert Knüppel (44 Stimmen), Gerd Slowy (41 Stimmen), Oliver Gurk (40 Stimmen), Axel Thiede (39 Stimmen), Gundela Knäbe (37 Stimmen) sowie Ferdinand Pieper (33 Stimmen). Die drei letztgenannten ziehen erstmals in den Kreisvorstand ein. Damit haben die Christdemokraten einen neuen Vorstand, der sich als eine der ersten Aufgaben mit den bevorstehenden Wahlen zum Landrat im Jahr 2008 beschäftigen soll, wie die scheidende Vorsitzende Köster in ihrem Rechenschaftsbericht zu Beginn des Parteitages erklärte. Sie verwies in ihren Worten darauf, dass mit Zeit und Ruhe ein geeigeneter Kandidat gesucht werden soll.

Kritik des Wirtschaftsrates an Rügener CDU

Volker Boche, Sektionssprecher des Wirtschaftsrates der CDU auf Rügen, hatte eben diese Zeit und Ruhe zu Beginn des Parteitags harsch kritisiert. Der Unternehmer forderte die CDU Rügen eindringlich auf, sich dieser Wahl mit einem Kandidaten zu stellen. Unsere Unterstützung dabei haben Sie, sagte er in Richtung der anwesenden Parteimitglieder. Schränkte aber auch sogleich ein, dass es diese Unterstützung nur gibt, wenn auch die CDU geschlossen hinter dem Kandidaten steht. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an den Pannenwahlkampf der CDU im Jahr 2001 mit dem ersten Kandidaten Ferdinand Pieper und dem dann kurzfristig eingesprungenen Herbert Dobelstein. Damals hatten sich Teile der CDU nicht mit der gebotenen Ernsthaftigkeit am Wahlkampf beteiligt, so Boche.

Die Mitglieder des Wirtschaftsrates sehen mittlerweile die Gefahr, dass es einem rechten Kandidaten durchaus gelingen könnte, ein Ergebnis zu holen, das aufhorchen lässt, falls Frau Kassner die einzige Kandidatin bleibe, so Boche. Des weiteren forderte der Sektionssprecher in seinen Grußworten an den Parteitag den konservativen Charakter der CDU ein. Dieser muss wieder verstärkt in den Mittelpunkt gestellt werden, so seine zentrale Forderung nach einem neuen Auftreten der CDU auf Deutschlands größter Insel. Mehrere Redner machten ihrem Unmut über die Parteiarbeit der letzten Jahre in der Aussprache nach den Berichten Luft. Herbert Knüppel, Bürgermeister in Ralswiek,: Ich hoffe, dass wir keine Ausschreibung für das Amt des Landrates vollziehen müssen. Wir müssen nicht nur bei diesem Thema die Basis mitnehmen und solide Politik machen, formulierte er seine Hoffnungen. Die NPD darf bei uns keinen Fuß fassen, ansonsten Helm ab zum Gebet, versuchte er die anwesenden CDU-Mitglieder für diese Aufgabe wachzurütteln. Ähnlich formulierte es Matthias Ogilvie, Gemeindevertreter in Lohme. Er forderte eine neue Geschlossenheit der Rügener CDU ein. Auch der Binzer CDU-Vorsitzende und Kandidat für das Bürgermeisteramt Rainer Feit schlug in die gleiche Kerbe. Er kritisierte während der Aussprache in Richtung Kreistagsfraktion die politische Entscheidung, für die Abschaffung der Beigeordnetenposten gestimmt zu haben. Ich bin mir sicher, dass wir das damals gemeinsam geschafft hätten. Herbert Knüppel ergänzte: Nicht nur die Landratswahlen 2001 haben wir selbst vergeigt. Feit forderte des weiteren eine klare Aussage der Kreis-CDU zum Erhalt des Landkreises Rügen. Hierzu habe ich eine klare Positionierung vermisst, sprach er direkt Kreisvorsitzende Andrea Köster auf ihren gehaltenen Bericht an.

Die CDU Rügen auf der Suche

Nach der teilweise heftigen Aussprache wurde von zahlreichen CDU-Mitgliedern ein neues Wir-Gefühl als Grundlage für die jetzt vor der CDU liegenden Aufgaben beschrieben. Immerhin sind neben der Landratswahl auch die vier Bürgermeisterämter in Bergen auf Rügen, Binz, Putbus und Sassnitz zu besetzen. In der CDU sind aktuell 265 Mitglieder in 21 Orts- und Regionalverbänden organisiert.