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Dieser Artikel wurde am 11. Oktober 2006 um 04:57 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Der “jüngste Standortälteste der Bundeswehr”

Er wurde 1979 in Bergen geboren / Rügen im Wandel der Zeiten (Teil 116)

Von Wolfgang Urban

Lancken bei Dranske. Was wäre gewesen, wenn eine weise Frau bei der Geburt von Dan Pieper am 9. August 1979 in Bergen auf Rügen prophezeit hätte, dass dieser im Jahr 2006 Zugführer der Bundeswehr auf Rügen wird? Damals waren hier die NVA (Nationale Volksarmee), die Volksmarine und auch sowjetische Einheiten stationiert. Die Bundeswehr befand sich jenseits des Eisernen Vorhangs. Wer hätte damals gedacht, dass von den vielen militärischen Einrichtungen der DDR und Sowjetunion auf Rügen nur eine kleine Einheit mit einem Radarturm in Varnkevitz bei Putgarten und deren Unterkunft in Lancken bei Dranske überleben und das auch noch mit Bundeswehrzugehörigkeit? Dan Pieper wuchs hinein in das einst kaum Vorstellbare. Er erlebte noch als Kind das Ende der DDR und wurde nach dem Abitur Offiziersanwärter der Luftwaffe in Bayreuth. Nach Offiziersausbildung und Diplom der Universität der Bundeswehr in München kam er am 1. Juni 2004 zum Abgesetzten Technischen Zug 164 (AbgTZg), dessen Aufgabe u.a. in der Sicherstellung der Einsatzbereitschaft des Radargerätes RRP 117 in Varnkevitz besteht. Er wurde Stellvertreter des Zugführers Hauptmann John und erlebte wie sich der AbgTZg 164 im Rahmen der Umstrukturierung der Bundeswehr in den AbgTZ 351 verwandelte. Dieser wurde der Einsatzgruppe stationär des Einsatzführungsbereiches 3 unterstellt. Deren Leiter, Oberstleutnant Kreklau, betonte am 5. Oktober 2006 bei der Übergabe der Führung des AbgTZg 351 von Hauptmann John an Oberleutnant Pieper, dass es ein unschätzbarer Vorteil sei, dass dieser die Einheit schon als Nummer 2 kennenlernen konnte und so nahtlos übernehmen kann.

Zur Zeit gehören 31 Soldaten und zehn Zivilbedienstete zum AbgTZg 351. Nach dem militärischen Appell anlässlich des Führungswechsels beim AbgTZg 351 gab es einen Empfang, zu dem Hauptmann John und Oberleutnant Pieper eingeladen hatten. Dabei wurde betont, dass hierfür keine Haushaltsmittel des Bundes verwendet wurden, sondern die beiden Offiziere dies aus eigener Tasche bezahlen. Zu diesem Empfang waren neben den Militärs u.a. auch Vertreter von Polizei und Feuerwehr sowie von zivilen Dienststellen erschienen. Die Wahrnehmung der zivil-militärischen Zusammenarbeit gehört bei der Bundeswehr zu den Aufgaben des Standortältesten. Während des Empfangs am 5. Oktober 2006 wurde Hauptmann John auch von diesen Aufgaben als Standortältester entbunden. Anschließend verlas Oberst Beiche das Schreiben des Befehlshabers des Wehrbereiches 1, Generalmajor Kehr, zur Ernennung von Oberleutnant Pieper zum neuen Standortältesten: ... Mit Wirkung vom 6. Oktober 2006 bestimme ich Sie zum Standortältesten für den Standortbereich Putgarten. In Ihrer Eigenschaft als Standortältester sind Sie im besonderen Aufgabenbereich des Standortdienstes und der Erfüllung territorialer Aufgaben dem Verteidigungsbezirkskommando Neubrandenburg unterstellt... Als Oberst Beiche, dieses Schreiben zusammen mit der Ernennungsurkunde an Oberleutnant Pieper überreichte, sagte er schmunzelnd: ... Der jüngste Älteste der Bundeswehr. Fortsetzung auf Seite 3 Zur Zeit gehören 31 Soldaten und zehn Zivilbedienstete zum AbgTZg 351. Nach dem militärischen Appell anlässlich des Führungswechsels beim AbgTZg 351 gab es einen Empfang, zu dem Hauptmann John und Oberleutnant Pieper eingeladen hatten. Dabei wurde betont, dass hierfür keine Haushaltsmittel des Bundes verwendet wurden, sondern die beiden Offiziere dies aus eigener Tasche bezahlen. Zu diesem Empfang waren neben den Militärs u.a. auch Vertreter von Polizei und Feuerwehr sowie von zivilen Dienststellen erschienen. Die Wahrnehmung der zivil-militärischen Zusammenarbeit gehört bei der Bundeswehr zu den Aufgaben des Standortältesten. Während des Empfangs am 5. Oktober 2006 wurde Hauptmann John auch von diesen Aufgaben als Standortältester entbunden. Anschließend verlas Oberst Beiche das Schreiben des Befehlshabers des Wehrbereiches 1, Generalmajor Kehr, zur Ernennung von Oberleutnant Pieper zum neuen Standortältesten: ... Mit Wirkung vom 6. Oktober 2006 bestimme ich Sie zum Standortältesten für den Standortbereich Putgarten. In Ihrer Eigenschaft als Standortältester sind Sie im besonderen Aufgabenbereich des Standortdienstes und der Erfüllung territorialer Aufgaben dem Verteidigungsbezirkskommando Neubrandenburg unterstellt... Als Oberst Beiche, dieses Schreiben zusammen mit der Ernennungsurkunde an Oberleutnant Pieper überreichte, sagte er schmunzelnd: ... Der jüngste Älteste der Bundeswehr.

Lebensläufe, die 1977 kaum vorstellbar waren

Hauptmann John, der Vorgänger von Oberleutnant Pieper als Zugführer des Abgesetzten Technischen Zuges 164 (AbgTZg 164), wurde wie dieser noch in die DDR hineingeboren. Als das am 20. Juli 1977 in Gera der Fall war, hätte es ebenso absurd wie bei Oberleutnant Pieper geklungen, wenn man ihm prophezeit hätte, dass er einmal Zugführer der Bundeswehr auf Rügen wird. Als Michael John 1995 sein Abitur machte, war die DDR indes schon Geschichte. Dass er noch 1995 in Bayreuth seinen Dienst als Offiziersanwärter bei der Luftwaffe antrat, gehörte schon zur neudeutschen Normalität ohne innerdeutsche Grenzen. Für die Generation von Dan Pieper und Michael John wurde das Unvorstellbare von einst zum neuen Alltag. Dazu gehörte für Michael John auch das Studium der Elektrotechnik (Fachrichtung Informationstechnik) an der Universität der Bundeswehr in München. Nach dem Erlangen des Diploms am 24. September 2001 kam er als Leutnant zum AbgTZg 164 in den Norden von Rügen. Von hier aus vervollständigte er durch den Besuch von Lehrgängen an einer Technischen Schule der Luftwaffe seine Ausbildung zum Radardatenverarbeitungselektronik-Offizier. Am 1. Januar 2002 wurde er zum Oberleutnant und zum 1. Januar 2005 zum Hauptmann befördert. Dazwischen wurde er Mitte 2004 ins Verhältnis eines Berufssoldaten übernommen und bereits zuvor Zugführer des AbgTZg 164 (siehe Foto oben links). Am 5. Oktober 2006 endete für Hauptmann John die Zeit als Zugführer auf Rügen. Künftig wird er in Köln stationiert sein und dort Erfahrungen in der Stabsarbeit sammeln. Geplant ist zudem, dass er in Kürze den Stabsoffizierslehrgang der Führungsakademie in Hamburg besucht und sich so für seine Verwendung als Stabsoffizier qualifiziert. Bei seiner Verabschiedung auf Rügen sagte Oberstleutnant Kreklau am 5. Oktober: Ich wusste den Zug bei Ihnen in guten Händen. Sie haben sich einen guten Namen gemacht. Verbunden war dies mit den besten Wünschen für die Zukunft.

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