Der Countdown läuft, US-Präsident Bush zu Gast
Mächtigster Mann der Welt weilt auf Einladung von Bundeskanzlerin Merkel in Stralsund
Von Dörthe Arnold
Hansestadt Stralsund/Rügen. Der morgige Tag wird in die Geschichte der Hansestadt eingehen. Zum ersten Mal betritt der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush, vorpommerschen Boden. Und erstmalig sind in Stralsund rund 12.000 Polizeibeamte und Hunderte Mitarbeiter des Secret Service im Einsatz, die sich nur um die Sicherheit eines Mannes kümmern. Es gibt wie so oft Für und Wider. Auch beim Besuch des US-Präsidenten, der morgen auf Einladung von Bundeskanzlerin DR. Angela Merkel (CDU) Einblicke in die ostdeutsche Geschichte erhält. Die einen jubeln Mr. President frenetisch zu und die anderen malen Not welcome, Mr. President auf ihre Transparente und protestieren mit roten Papierkarten in der Hand.
Positiv oder negativ. Der Präsident wird davon nicht viel mitbekommen. Auf seinem akkribisch vorgezeichneten Weg durch Mecklenburg-Vorpommern eingehüllt von dicken Hüllen der extra aus den USA eingeführten Helikopter und gepanzerten Staatskarossen werden Bush und die First-Lady nur mit wenigen Menschen aus dem Land zusammentreffen. Rund 1.000 geladene Gäste sind es auf dem Alten Markt in Stralsund, wo das Präsidentenpaar beim Gang durchs streng festgelegte Spalier nur ein kleines Bad in der Menge nehmen wird. Hinzu kommen vielleicht einige hundert Menschen, die entlang der Fahrtstrecke den Amerikanern zuwinken können, sowie rund 500 Medienvertreter, die ihre Bilder und Texte in alle Welt verschicken werden. So erfahren dann auch die restlichen rund 57.000 Stralsunder, dass der Texaner wirklich anwesend war und sich im Goldenen Buch der Stadt im Kollegiensaal des Rathauses verewigt hat.
Dass Besuche des mächtigsten Mannes der Welt in der Regel unter Ausschluss der Öffentlichkeit ablaufen, und der betroffene Besuchsort strengsten Sicherheitsvorkehrungen unterliegt, dürfte spätestens seit dem Bush-Besuch in Mainz im Februar 2005 deutlich geworden sein. Damals war die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt eine hermetisch abgeriegelte Festung, was für große Empörung sorgte. Diese Fehler sollten beim Bush-Besuch in Stralsund vermieden werden. Zwar ist die Altstadt ab heute Abend Sperrgebiet, müssen die Bewohner ihre Fenster geschlossen halten und ihre Fahrzeuge entfernen, rund 2.200 Gullydeckel sowie Strom- und Verteilerkästen versiegelt und hunderte Metter Gitter aufgestellt werden, doch von einem Hochsicherheitstrakt wie rund um das Bush-Quartier in Heiligendamm kann in Stralsund keine Rede sein. Die Limousine des US-Präsidenten folgt einer lange vorher akkribisch geplanten Protokollstrecke. Die folgende Strecke wurde von der Polizei bekanntgegeben (Änderungen vorbehalten): Parow - Ausfahrt MTS (Haupttor) - Pappel-allee - Umgehungsstraße - Kreisverkehr K11 - Richtung Schmedshagen - Groß Kedingshagen bis Barthsche Wiese - Vogelsangstraße - Barther Straße - Carl-Heydemann-Ring - Friedrich-Engels-Straße - Knieperdamm - Sarnowstraße - Alter Markt. Für die Stralsunder besteht am 13. Juli die Möglichkeit, den Besuch des amerikanischen Präsidenten, George W. Bush, an folgenden Standorten der Protokollstrecke zu verfolgen: Groß Kedingshagen Umgehungsstraße, Vogelsangstraße/ Stadtkoppel, Friedrich-Engels- Straße/Gerhard-Hauptmann-Straße. Die Polizei wird aus Sicherheitsgründen Personenkontrollen durchführen.
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