Chance für Rüganer auf mehr Arbeit?
Arbeitsbündnis zwischen Callcenter D+S und Rügener Hotellerie begonnen
Von Robby Günther
Bergen auf Rügen. Arbeit für Rüganer – 12 Monate im Jahr? Eine bisher besonders in Hotellerie und Gastronomie aufgrund der Saisonzahlen leider nicht zu erreichende Vorstellung. Viele Arbeitnehmer sind maximal acht Monate beschäftigt, dann ist Winterpause angesagt. Zahlreiche kleine und kleinere Betriebe im Tourismus schließen über den Winter bzw. bewirtschaften in Familie ihr Unternehmen ohne Angestellte weiter.
Jetzt scheint es eine Chance zu geben, dass Rüganer ganzjährig in Lohn und Brot kommen. Sabine Wandrey, Manager Operations der D+S communication center Rügen GmbH, die das Callcenter in Lietzow betreibt, war am Montag dieser Woche beim Wirtestammtisch des Regionalverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa) Rügen zu Gast. Ihre Idee: Tourismus und Callcenter „teilen“ sich Arbeitnehmer. Mit zwei unabhängigen Arbeitsverträgen beispielsweise. In der Sommersaison benötigen die Hotels und Gaststätten besonders viel Personal. In den Nebensaisonzeiten baut das Callcenter seine Kapazitäten aus. „Ich habe auch Personalprobleme“, gab Sabine Wandrey gegenüber den rund 15 anwesenden Hoteliers und Gastronomen unumwunden zu. Aus diesem Grund ist die Idee in ihrem Haus geboren worden, offensiv auf die Tourismusbranche zuzugehen und für dieses Arbeitsmodell zu werben.
Je nach Jahreszeit ist dabei vieles möglich, unterstrich sie. Arbeitnehmer, die im Callcenter arbeiten, könnten in den Sommermonaten maximal 15 Stunden pro Monat im Callcenter beschäftigt sein und den Großteil ihrer Stunden beim Arbeitgeber in Hotellerie und Gastronomie leisten. Dienstleister sind ohnehin beide Branchen! Die geringe Beschäftigung macht sich notwendig, da die Mitarbeiter nach vier Wochen Schulung für den Telefonjob ihre Praxis behalten sollen, um nach der Saison nicht wieder nachgeschult werden zu müssen, so Wandrey. Erste Hoteliers wie IFA-Direktorin Ute Pfütze aus Binz und der Unternehmer Ralf Schlüter vom Strandhotel Baabe zeigten sich interessiert, dieses Modell ihrer Belegschaft für die Neben- und Nachsaison aufzuzeigen.
Die Frage des Nachmittags lautete in diesem Zusammenhang: „Wollen die Mitarbeiter das?“ Viele Hoteliers und auch Sabine Wandrey beantworteten die Frage mit einem klaren Ja. Dieses Ja kam aufgrund ihrer Erfahrungen in den zurückliegenden Jahren zustande.
„Wir müssen dieses Thema jetzt in die Hand nehmen. Wir müssen konkret mit den Mitarbeitern sprechen und eine Zusammenarbeit organisieren“, so Ute Pfütze und Ralf Schlüter unisono gegenüber den Anwesenden des Wirtestammtischs. Die Branchen wollen es also selbst in die Hand nehmen, für mehr Beschäftigung auf der Insel Rügen zu sorgen. Dabei sollen die Mitarbeiter, die beispielsweise mit zwei Verträgen über das Jahr ausgestattet werden, auch ordentlich davon leben können – 12 Monate im Jahr! Sabine Wandrey appellierte an die Hoteliers und Gastronomen sich gern bei ihr im Callcenter zu melden, um Einzelheiten direkt vor Ort – mit den Mitarbeitern – zu besprechen, denn die Saison 2009 nähert sich ihrem Ende . . .
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