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Dieser Artikel wurde am 16. Januar 2008 um 04:55 Uhr in der Rubrik Kommentare und Anmerkungen veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

CDU-Mönchgut-Granitz lehnt Kohlekraftwerk ab

Offener Brief an Bundestagsabgeordnete Dr. Angela Merkel (CDU)

Ostseebad Göhren (gü). Der Regionalverband der CDU Mönchgut-Granitz lehnt das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin ab. Die Mitglieder haben während ihrer letzten Versammlung dazu einen offenen Brief an die zuständige Bundestagsabgeordnete Dr. Angela Merkel (CDU) verabschiedet. Diesen Brief hat die Vorsitzende des Regionalverbandes Carola Koos allen Medien auf Rügen zur Kenntnis gegeben. Wir veröffentlichen nachfolgend seinen Wortlaut:

„Sehr geehrte Frau Dr. Merkel, als Regionalverband der CDU Mönchgut-Granitz möchten wir Sie hiermit bitten, sich der Problematik Steinkohlekraftwerk Lubmin als zuständige Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 15 anzunehmen. In den letzten Wochen und Monaten wurde sehr ausführlich in der Presse über die Pläne von Dong Energy berichtet. Im Gutachten von Prof. Dr. Benkenstein und Prof. Dr. Kreilkamp zu den Auswirkungen des Kraftwerkes heißt es wörtlich: Lediglich einzelne Orte wie Lubmin oder der Süden Rügens sind aufgrund der Sichtbarkeit betroffen. Hierbei handelt es sich aber eher um kleinere touristische Gebiete, die nur einen sehr geringen Anteil an der Gesamtübernachtungszahl der Region haben.

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel, die Gesamtbettenzahl Rügens liegt bei 42.361, die Bettenzahl in unserem Bereich Mönchgut-Granitz (ohne Binz) liegt bei rund 18.000, d.h. 42 Prozent der Gesamtbettenzahl liegen im direkt betroffenen Süden Rügens. Hier noch von einem sehr geringen Anteil an der Gesamtübernachtungszahl zu sprechen, ist doch wohl sehr makaber, zumal mehr als 90 Prozent der Menschen in der Region vom Tourismus leben. Auf der einen Seite sollen 100 bis 140 Arbeitsplätze geschaffen werden, auf der anderen Seite werden aber Tausende Arbeitsplätze gefährdet, wenn nicht gar vernichtet. Auch die umweltrelevanten Aspekte oder die Gefährdung der Fischereistandorte sind nicht von der Hand zu weisen, da die Erwärmung des Greifswalder Boddens gravierende Folgen haben wird. Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

wir bitten Sie hiermit, Ihre Sicht der Dinge zum Kraftwerk noch einmal zu überdenken und alles dafür zu tun, dass der Tourismus in Ihrem Wahlkreis auch weiterhin floriert. Ein Sponsoring von Dong Energy für betroffene Regionen - wie es überall angepriesen wird - halten wir nicht für die richtige Verfahrensweise.“

CDU-Regionalverband Mönchgut-Granitz