CDU-Landtagsabgeordnete bei Feuerwehren zu Gast
Arbeitskreis Innen der CDU-Landtagsfraktion informierte sich vor Ort über Probleme
Putbus (gü). „Die Tageseinsatzbereitschaft unserer Feuerwehren ist ein Problem“, appelliert Daniel Hartlieb, Kreiswehrführer und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Rügen, gegenüber den CDU-Landtagsabgeordneten Torsten Renz und Burkhard Lenz. Die beiden Mitglieder des Arbeitskreises Innen ihrer Landtagsfraktion besuchten am letzten Mittwoch Vertreter der Feuerwehren auf Rügen, um sich vor Ort über Probleme zu informieren.
Anwesend waren rund 15 Vertreter Rügener Wehren aus den Ämtern und Gemeinden, die mit ihren Kritiken an der Politik nicht hinter dem Berg hielten. Neben der Tageseinsatzbereitschaft ist besonders die Motivation der Kameraden ein Thema, um das sich die Politik kümmern muss, lautete die Forderung der einzelnen Wehrführer und Kameraden. Denn: Es ist fünf vor 12 bei diesem Ehrenamt im ländlichen Bereich, sind sich alle anwesenden Vertreter der Wehren einig.
„Das Ansehen des Ehrenamtes muss höher angesiedelt sein, sonst finden wir keinen Nachwuchs und auch keine Interessenten, die sich in der Feuerwehr für ihren Ort einsetzen“, lautete das Fazit von Hartlieb. Dieser verwies gegenüber den Gästen aus Schwerin auch darauf, dass die rund 1.100 Kameraden in 47 Wehren jährlich zwischen 600 und 700 Einsätze zu bewältigen haben. Dabei müssen sie manchmal mit veralteter Kfz-Technik zum Einsatz, werden von manchem politischen Verantwortungsträger nur als Kostenfaktor im Gemeindehaushalt eingestuft. „Da sinkt die Motivation erheblich“, so der Kreiswehrführer, der auch die Hürden bei Förderpraktiken bei der Anschaffung neuer Technik infrage stellt und diesbezüglich einige Entscheidungen der Rügener Landkreisverwaltung in manchen Punkten nicht nachvollziehen kann, wie ein aktuelles Beispiel aus dem Amt Nord-Rügen beweist. „Der Kauf eines neuen Tanklöschfahrzeuges ist an 50.000 Euro gescheitert, die vom Kreis hätten kommen können.“
Die beiden Landtagsabgeordneten wollen in ihrer Fraktion das Thema Förder-Kriterien ansprechen, wie sie den Anwesenden versprachen. „Wir müssen Befindlichkeiten in der Gesellschaft ausräumen“, mahnten die Wehrführer und pochten dabei auch auf die per Gesetz festgelegte Freistellung von Kameraden in ihren Betrieben, wenn sie zu Einsätzen während der Arbeitszeit gerufen werden. „In den Köpfen der Arbeitgeber muss das ankommen. Unsere Kameraden haben Angst um ihre Arbeit, wenn sie sich zum Einsatz abmelden würden“, so Hartlieb. Er selbst arbeitet in Binz in der Verwaltung und hat eine Verpflichtung unterzeichnet, dass er bei Einsätzen der Binzer Wehr mit dabei ist. Ein Modell, das auf Rügen Schule machen sollte, wenn die Kameraden am Arbeitsort beim Einsatz mit einspringen könnten.
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