CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder auf Rügen
Gespräche mit Rügener Fischern zur geplanten Quotenkürzung / Politischer Frühschoppen in Binz
Thiessow/Binz (gü/ur). „Die dreißigprozentige Kürzung der Fangquoten beim Hering bedeutet das Aus für viele Küstenfischer!“ Deutliche Worte an Volker Kauder, Bundestagsfraktionsführer von CDU/CSU, bei seinem Besuch im Thiessower Hafen. Hier hatten sich auf Einladung von CDU-Kreischef Burkhard Lenz zehn Fischer der Insel versammelt, um dem Bundespolitiker ihre Sorgen und Nöte darzustellen. Die angestrebte Kürzung der Quote ist ein Problem der Küste! Das wurde Kauder während des Gesprächs das „erste Mal richtig deutlich“, wie er gegenüber den anwesenden Fischern ausdrückte. Dass die Quotenreduzierungen solche negativen Ausmaße auf die Zukunft der Fischer haben, war dem Bundespolitiker dann klar, und er versteht jetzt den Protest vor Ort. Aus diesem Grund soll nunmehr der frisch gewählte EU-Abgeordnete Werner Kuhn (CDU) die Lobby der Fischer in Brüssel stärker vertreten, so Burkhard Lenz in diesem Zusammenhang. „Was nützen uns mit EU-Fördergeldern gebaute Fischereihäfen, wenn es keine Fischer mehr gibt“, so der CDU-Vorsitzende im Kreise der Anwesenden.
Neben der Quotenkürzung beschäftigen die Fischer zudem die Kormoran-Populationen und das geplante Kohle-Kraftwerk in Lubmin. Während die Vögel enormen Schaden anrichten und nicht effektiv bejagt werden können, haben die Fischer mit dem geplanten Kraftwerk eher weniger Probleme. „Die prognostizierte Erwärmung des Boddens schadet dem Fisch nicht“, unterstrichen die anwesenden Fischer, so Burkhard Lenz gegenüber dieser Zeitung.
Zu einem politischen Frühschoppen traf sich Kauder am Sonntagmorgen im Binzer Hotel „Villa Salve“ mit CDU-Mitgliedern der Insel. Auch hier informierte er sich, welche Probleme es vor Ort gibt. Darüber hinaus ging er auf den Bundestagswahlkampf ein und zeigte sich dabei siegesbewusst. Eine „große Koalition“ werde es im Ergebnis des Wahlkampfes nicht mehr geben, denn die für die CDU in Frage kommenden Koalitionspartner seien mit ihren 16 oder 20 Prozent Wählerstimmen für das Wort „groß“ zu klein. Das Ziel bestehe in einer Koalition von CDU/CSU und FDP. Dazu soll ein sachlicher Wahlkampf geführt werden, der Lösungen aufzeigt und Wähler mobilisieren kann.
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