CDU Binz gegen Kohlekraftwerk
Öffentliche Mitgliederversammlung hat stattgefunden
Ostseebad Binz (RA). Rainer Feit, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Binz und Bürgermeisterkandidat seiner Partei, schreibt zur stattgefundenen öffentlichen Mitgliederversammlung, die sich mit dem geplanten Kohlekraftwerk in Lubmin befasste:
„Mit großer Mehrheit wurde auf dem Kreisparteitag der CDU im Oktober letzten Jahres beschlossen, dass die CDU Rügen gegen das Steinkohlekraftwerk in Lubmin und für den Erhalt der Selbständigkeit der Insel ist. Der Vorstand der Binzer CDU-Ortsgruppe erinnerte an das neue Grundsatzprogramm der CDU, wonach bei der Bewahrung der Schöpfung sehr ambitionierte Ziele gesetzt werden. Die natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen sollen besonders geschützt und für kommende Generationen erhalten werden. Das Verbrennen fossiler Brennstoffe ist nach Auffassung unserer CDU-Mitglieder nicht zukunftsweisend. Neben der Erzeugung des Klimakillers CO2 würde zudem auch die Entwicklung des Tourismus in der Region gefährdet, und dass könnte sogar bestehende Arbeitsplätze vernichten. Die Basis der CDU lehne den Bau des Steinkohlekraftwerkes in Lubmin ohnehin ab. Aus einer veröffentlichen Forsa-Umfrage ergibt sich, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in M-V gegen den Bau des Kraftwerkes sind, und zwar deutlich mit 55 Prozent. Unter den CDU-Wählern ist die Ablehnung mit 59 Prozent sogar noch deutlicher. Lediglich 33 Prozent stimmen der Investition des dänischen Stormerzeugers zu.
Gegen den Bau des Steinkohlekraftwerks sprachen sich auch die Ehrengäste des Abends, Prof. Dr. Gomolka, MdEP , Ministerpräsident a.D. und Landrat Frieder Jelen, Umweltminister a.D. aus. In seinem Kurzvortrag erläuterte Prof. Gomolka, dass die CDU eine sachliche Auseinandersetzung aushalten könne. Die Diskussion um Energiestandorte würde in Deutschland verschleiert geführt, da die realen Kosten der diversen Energien durch erhebliche Subventionen unklar blieben. Allerwichtigstes Ziel müsse immer das Energiesparen sein. Durch das geplante Kraftwerk werde eine erhebliche Fläche beansprucht, die Schifffahrtswege zusätzlich belastet und es seien regelmäßige Ausbaggerungen des Greifswalder Boddens zu erwarten. So sprach er sich als bessere Alternative für eine Verlängerung der bestehenden Kraftwerksrestlaufzeiten aus und verwies vor allem auf die Nutzung neuer Fusionsreaktoren, die statt in Greifswald jedoch nunmehr leider in Frankreich entstünden.
Anschließend machte Frieder Jelen deutlich, dass zwar bereits Baurecht entstanden sei, aber die Genehmigung für die Kraftwerksanlage in Lubmin noch ausstehe. Und hier sehe er erheblichen Prüfungsbedarf der Fachbehörden u.a. hinsichtlich der Wassertemperaturen und Qualitäten, dem fragilen Stromleitungsnetz zum Abtransport des erzeugten Stroms und der gesamten Kühlwasserproblematik. Bereits aus der Stellungnahme von Dong Energy selber könne man Bedenken gegen das geplante Kraftwerk begründen“, wie es abschließend heißt.
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