Bürgermeister löst Binzer Feuerwehr auf
Nach gescheiterter Vorstandswahl: Jetzt Bildung einer Pflichtfeuerwehr
Ostseebad Binz (gü). Die Feuerwehr im größten Rügener Seebad ist aufgelöst! Nach einer gescheiterten Vorstandswahl am letzten Sonntag im Rahmen der Mitgliederversammlung griff Bürgermeister Horst Schaumann (parteilos) als Dienstherr ein und „machte den Laden dicht“.
Anwesend waren nach Informationen dieser Zeitung 23 Kameraden, die sich nicht auf einen neuen Wehrleiter einigen konnten. Zur Wahl stand Manfred Welk als Kandidat für den Ehrenposten des Wehrführers. Jedoch, nach zwei geheimen Wahlgängen keine Mehrheit für den Kandidaten. Kein Wehrführer, kein Stellvertreter – die Freiwillige Feuerwehr ohne Leitung. Bürgermeister Schaumann löste sie mit sofortiger Wirkung auf. Die Verwaltung reagierte am Montag dieser Woche mit einer entsprechenden Mitteilung. Dort steht unter anderem zum weiteren Vorgehen der Verwaltung in Sachen Brandschutz und Katastrophenabwehr: „Entsprechend des Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes M-V wird die Gemeinde Binz nun in den kommenden Wochen eine Pflichtfeuerwehr Aufstellen. Hierzu können grundsätzlich alle 18- bis 55-Jährigen verpflichtet werden. Vor einer Zwangsverpflichtung wird die Gemeinde in erster Linie das Gespräch mit freiwilligen Binzern suchen. Aus den Reihen der alten Wehr wurde dem Bürgermeister bereits Interesse und Bereitschaft signalisiert.“
Trotz der dramatischen Entscheidung und des damit verbundenen Imageschadens der Gemeinde Binz im Land nutzt Bürgermeister Horst Schaumann die Gelegenheit, sich bei den benachbarten Feuerwehren für die zwischenzeitlich abgesprochene „uneingeschränkte Unterstützung“ zu bedanken. Gemeinsam mit dem Kreiswehrführer soll nunmehr schnellstens eine tragfähige Lösung gefunden werden, um den abwehrenden Brandschutz und technische Hilfeleistungen in Binz abzusichern. Die Bildung einer Pflichtfeuerwehr wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, heißt es in diesem Zusammenhang.
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