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Dieser Artikel wurde am 04. Januar 2007 um 05:08 Uhr in der Rubrik Kommentare und Anmerkungen veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Böses Spiel mit bösen Buben

Der Kommentar zum Titel: Demokratie: Erst schießen - dann fragen?

Von Thomas Wuitschik

Da verstehe ein Außenstehender, was da in Putbus abläuft. Die Protagonisten in dieser Provinzposse: Bürgermeister Burwitz, der in den vergangenen Jahren den Schuldenberg der Stadt Putbus deutlich runtergedrückt hat, der sich Sorgen über die Vorgänge in Zusammenhang mit dem IT-College macht, wird, weil er unbequem ist, beurlaubt. Die treibenden Kräfte entlarven sich peinlicherweise selber. Strafanzeigen gegen ihn, ausgelöst von Mitarbeitern des IT-College. Ein Geschäftsführer, gleichzeitig Stadtvertreter, der mit allen Mitteln versucht zu verschleiern, dessen Geschäftspartner aus den Alten Bundesländern sind und der trotzdem gerne schon einmal unliebsame Mitmenschen als arrogante Wessis beschimpft. Stadtvertreter, die sich selber gerne in der Rolle des Bürgermeisters sehen würden. Stadtvertreter, die dem Bürgermeister übel nehmen, dass er nicht das Wünsch Dir was erfüllt, weil es die finanziellen Spielräume nicht zulassen. Landrätin Kassner hatte dem Statdtvertretervorsteher Andre Farin in einem Schreiben mitgeteilt, dass die Verhältnismäßigkeit bei allen Maßnahmen gewahrt bleiben muss und eine Beurlaubung des Bürgermeisters mehr als unangemessen wäre.

Das komplett auf Fördermittel aufgebaute Konstrukt des IT-College und aller weiterer Unternehmungen in seinem Umfeld ist mehr als wackelig. Zumal die guten Verbindungen zu dem ehemaligen Arbeitsminister Holter (PDS) und dem Wirtschaftminister Ebnet (SPD) nach der Landtagswahl nicht mehr gegeben sind. Logisch, dass man da nervös wird. Das darf aber nicht zu solch einem hintertriebenen Spiel führen, wie es jetzt in Putbus gespielt wird. Denn wenn alles krachen gehen sollte, dann bürgt die Stadt mit einem Millionenbetrag. Diese Sorge ist Bürgermeister Burwitz jetzt zum Verhängnis geworden. Vielleicht auch das Interesse an seinem Posten und weiterer Personalquerelen in der Stadt. Die Bürger von Putbus haben, gerade weil sie das nicht wollten, Harald Burwitz als Bürgermeister gewählt. Die Stadtvertreter führen dies aus rein persönlichen Gründen nun ad absurdum. Dies dürfte nicht nur die Bürger interessieren. Auch die Schweriner Ministerien werden mit Argusaugen darauf achten, wem sie zukünftig Fördermittel geben. Gut so. Denn bei aller Liebe zu zukunftsfähigen Konzepten: Sie müssen tragbar und nachhaltig sein um nicht dauerhaft am Fördertropf hängen. Das Konstrukt rund um den Circus in Putbus scheint davon weiter entfernt denn je.