Blauzungenkrankheit breitet sich aus
Rügen nun auch im Beobachtungsgebiet
Bergen auf Rügen (cs). Ein positiver Nachweis von Blauzungenkrankheit am 13. Oktober 2007 bei einem Schaf auf der dänischen Insel Lolland hat zur Folge, dass der Landkreis Rügen in das 150 km – Beobachtungsgebiet fällt. Damit ist fast ganz Deutschland als Sperr- oder Beobachtungsgebiet ausgewiesen. Einzig Bereiche der Landkreise Ostvorpommern, Uecker-Randow und Mecklenburg- Strelitz in Mecklenburg-Vorpommern sowie der nordöstliche Bereich Brandenburgs und einige Bereiche im Südosten Bayerns sind derzeit noch frei von Blauzungenkrankheit. Für den Handel und Transport von Wiederkäuern innerhalb des Beobachtungsgebietes gelten keine Einschränkungen, dies ist ohne Genehmigung und Auflagen möglich. Ebenfalls mit im Beobachtungsgebiet liegt der Schlachthof Anklam. Bei geplantem Transport von Wiederkäuern in von Blauzungenkrankheit freie Gebiete oder bei Export von Wiederkäuern ist dies im Vorfeld mit dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreis Rügen, Telefon 03838 – 813 573 abzustimmen.
2006 trat die Blauzungenkrankheit das erste Mal in Mitteleuropa auf und breitet sich seitdem stetig in Deutschland und angrenzenden Staaten wie Niederlande, Belgien, Luxemburg und Frankreich aus. Um die Betriebe, in denen die Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern festgestellt wurde, wird ein Beobachtungsgebiet von 150 km Radius gezogen. Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Krankheit wird durch Gnitzen, eine bestimmte Art von blutsaugenden Stechmücken, übertragen. Sticht eine Gnitze ein infiziertes Tier, wird das Virus über das Blut aufgenommen und kann beim nächsten Stich auf ein anderes Tier übertragen werden. Ansteckend ist die Viruserkrankung nur für Wiederkäuer, für den Menschen ist sie völlig ungefährlich. Fleisch und Milchprodukte können ohne Bedenken konsumiert werden. Typische Symptome bei den Rindern sind schmerzhafte Entzündung der Maulhöhle und Augenlider, Zitzenveränderungen, Lahmheiten, Fieber und Speichelfluss. Bei Schafen verläuft die Krankheit in der Regel mit schwereren klinischen Symptomen (hohes Fieber, Entzündungen und Ödeme im Kopfbereich, die Zunge schwillt an und wird blau, Lahmheiten, Aborte). Die Ansteckungsphase beträgt ein bis zwölf Tage. Genesene Tiere tragen das Virus noch bis zu 100 Tage in sich. Eine Bekämpfung ist sehr schwierig, da die Übertragung durch Stechmücken erfolgt, die mit dem Wind weit verbreitet werden können.
Weitere Informationen unter www.landkreis-ruegen.de oder im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Rügen.
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