Bildband “Die Sassnitzer Häfen und ihr Fährverkehr”
Geschichte aktuell: Buchpremiere bei Sturmgespräch im Fischerei- und Hafenmuseum
Sassnitz (apf). Bis auf den letzten Platz gefüllt war der große Ausstellungsraum des Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseums am Dienstag Abend in der vergangenen Woche. Grund dafür war die Buchpremiere des Sassnitzer Fotografen und Autors Wulf Krentzien, der Mitglied des Museumsvereins ist. Ein Bild spricht mehr als tausend Worte, das war der tragende Gedanke unserer Motivation zur Produktion des Bildbandes, so Sina Schneider vom herausgebenden englischen Sutton Verlag, der seit 1997 mit seinem deutschen Sitz in Erfurt fast 1.000 Bildbände heraus gebracht hat.
Wulf Krentzien, begeisterter Liebhaber der Fährverkehre und der damit im Zusammenhang stehenden Eisenbahn: Ich möchte mit meinem neuen Bildband zeigen, dass es neben der Königslinie zwischen Trelleborg und Sassnitz weit mehr Verbindungen vom Sassnitzer Fährhafen gab und gibt. So entstand ein historischer Bildband über das Tor zum Ostseeraum. Passend zum 20. Jubiläum des neuen Sassnitzer Fährhafens lädt der Autor den Leser zu einem Streifzug durch die Geschichte der Fährverbindungen nach Schweden und Dänemark ein. 213 bisher weitgehend unveröffentlichte Fotografien und Dokumente zeigen die Sassnitzer Häfen und die Schiffe, die seit 150 Jahren Rügen mit den Ostseeanrainern verbinden, von den schwedischen Segelschiffen des 19. Jahrhunderts über die ersten Eisenbahnfähren bis zu den mächtigen RO/RO-Fähren und eleganten Kreuzfahrtschiffen heutiger Tage. Auf 128 reich bebilderten Seiten zeichnet Wulf Krentzien die Entwicklung des Fährverkehrs in den Sassnitzer Häfen nach. Während die schwedischen Postsegler, die Rügen seit 1692 mit dem damaligen Mutterland verbanden, Ladung und Passagiere meist auf Reede liegend an Land brachten, führte der Bau des Sassnitzer Stadthafens ab 1889, der umgehend an die Eisenbahn angeschlossen wurde, zu einem enormen Bedeutungszuwachs. Faszinierende Aufnahmen zeigen die Postsegler und Dampfer vor Sassnitz, den Bau des Hafens und die Anfänge des 1909 begonnenen und bis heute nur durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochenen Fährverkehrs Sassnitz-Trelleborg. Die ersten Fährschiffe wie die Deutschland von 1909 konnten auf zwei Gleisen 16 Güter- oder acht Personenwagen aufnehmen. Wie die Bilder belegen, schlucken heutige Fähren wie die Sassnitz II auf fünf Gleisen ganze Güterzüge. Der Leser begleitet die Schiffe auf der zweiten wichtigen Linie von Sassnitz nach Bornholm. Bilder vom speziell für die Verbindung in die damalige Sowjetunion errichteten Fährhafen Mukran mit seiner Umspuranlage werden vor allem Technikfans begeistern, während Fotografien von luxuriösen Kreuzfahrtschiffen im neuen Sassnitzer Hafen wohl in jedem Betrachter das Fernweh wecken. Wulf Krentzien, pensionierte Lehrer für Kunsterziehung und Geschichte, lebt in Sassnitz und ist bereits durch zahlreiche Veröffentlichungen zur Lokal- und Verkehrsgeschichte hervorgetreten, so den erfolgreichen Bildband Brücken über den Strelasund. Wulf Krentzien, Die Sassnitzer Häfen und ihr Fährverkehr, Sutton Verlag Erfurt, ISBN 10: 3-86680-016-9, 17,90 Euro, 128 S. 213 Abb.
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