Bergen auf Rügen: Ein gutes Jahr 2007 als beste Basis für 2008
Interview mit Andrea Köster, Bürgermeisterin der Stadt Bergen auf Rügen
Bergen auf Rügen (apf). Das ablaufende Jahr war für die Stadt Bergen auf Rügen erneut ein erfolgreiches und zukunftsträchtiges Jahr, in dem die Weichen weiter in Richtung Zukunft gestellt wurden. RÜGANER ANZEIGER sprach mit Andrea Köster, Bürgermeisterin der Stadt.
RÜGANER ANZEIGER: Frau Köster, wie sehen Sie das ablaufende Jahr 2007?
Andrea Köster: Es war ein gutes Jahr. Wir haben in gemeinsamer Anstrengung von Stadtverwaltung und Stadtvertretung im Wesentlichen alle Vorhaben realisieren können. Angefangen von den Baumaßnahmen, mit Ausnahme des Bereiches vor der südlichen Klostermauer, über die Ansiedlung neuer Unternehmen im Gewerbegebiet, hier wird sich eine Bio-Gas-Anlage etablieren und auch die Bäckerei Kruse will hier bauen, bis hin zur Wohnumfeldverbesserung in Rotensee. Viele Projekte wurden in Planungen voran getrieben und wir haben die finanziellen und verwaltungstechnischen Voraussetzungen für künftige Entwicklungen geschaffen.
RA: Wie sieht das aus finanzieller Sicht aus?
A.K.: Mit Datum vom 5. November wurde die 1. Nachtragshaushaltssatzung der Stadt Bergen auf Rügen bei der Kommunalaufsicht angezeigt und bereits am 7. November ohne Auflagen bestätigt und machte damit den Weg frei für weitere Investitionen der Stadt bzw. deren Vorbereitung. Die Umstellung auf die betriebswirtschaftliche Haushaltführung wie auch eine konsequente Umsetzung des Personalkonzeptes sind dabei zwei Beispiele effektiven Wirtschaftens. So sind wir finanziell gut aufgestellt und können uns Dinge leisten, die sich andere Kommunen längst nicht mehr leisten können. Ich denke dabei besonders an den kulturellen Bereich, die Unterstützung der Vereinsarbeit und auch der Kinder- und Jugendeinrichtungen. Ich gehe auch davon aus, dass wir den im Februar zu beschließenden Haushalt 2008 erneut als ausgeglichenen Haushalt verabschieden können.
RA: Das bedeutet: alle Zeichen stehen weiter auf Zukunft ...<
A.K.: Natürlich ist das so und wir haben für das kommende Jahr große Pläne. Eng mit dem Haushalt 2008 ist die Einführung des Geografischen Informationssystems (GIS) zu sehen. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf ca. 102.000 Euro, der größte Anteil ist für den Kauf der Daten für das Allgemeine Liegenschaftskataster (ALK-Daten) aufzubringen, 78.000 Euro. Bis heute lagen in den Räumen des Bauamtes die Unterlagen zum Bebauungsplan Nr. 28 „Rügenpark“ zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Hier geht die Entwicklung weiter. Gemeinsam mit „famila“ wollten wir im kommenden Jahr die Anbindung des Plangebietes mit Ringstraße und Graskammer realisieren und hatten da auch schon finanzielle Mittel geplant. Da aber der Landkreis als Straßenbaulastträger seine finanzielle Beteiligung in 2008 nicht zusichern kann, wird nicht vor 2009 hier etwas geschehen können. Die „Alte Molkerei“ Ecke Bahnhofstraße - Ringstraße wird zurückgebaut und eine neue Eckbebauung wird das Stadtbild weiter verschönen. Im hinteren Bereich wird sich dort ein neuer Verbrauchermarkt etablieren und auch auf dem einstigen Grundstück des Autohauses Schneider wird Baugeschehen zu beobachten sein. Und wir beginnen mit der Gestaltung der Bahnhofstraße.
RA: Stichwort Zukunftsstandort Bergen ...
A.K.: Im Rahmen der Initiative „Zukunftsstandort Bergen auf Rügen“ waren wir im November mit der GSOM sowie mit dem Geschäftsführer der SANA GmbH Dietrich Görtz und der Projektmanagerin der Gesundheitsinsel nach Gotland gefahren, um Erfahrungen im Aufbau einer Universität und seiner Infrastruktureinrichtungen zu sammeln. Das Fazit dieses Besuches ist, dass es durchaus möglich und realistisch ist, unser Ziel, ein Bildungs-, Gesundheits-, und Kulturstandort zu werden, erreichen zu können und deshalb dieses weiter zielstrebig verfolgen sollten. So wird der ausfinanzierte 1. Bauabschnitt der am Markt neu zu errichtenden Bibliothek 2008 begonnen. Der Vertreter und Geschäftsführer des Rügeninstitutes, Dietrich Görtz, berichtete, dass das Rügeninstitut vier Geschäftsfelder aufbauen wird. Fort- und Weiterbildung, Lehre und Forschung, Breitenbildungsaufgabe für Senioren des 3. Lebensabschnittes und Informations- und Kongressaufgaben übernehmen will. Die SANA-GmbH hat bereits grünes Licht gegeben, das medizinische Fachpersonal des SANA-Konzern auf der Insel aus- und weiterbilden zu lassen.
RA: Das stimmt optimistisch, ist aber sicher nicht eine Sache des Selbstlaufes?
A.K.: Nein, Erfolg stellt sich nicht im Selbstlauf ein.Vielmehr ist Erfolg das Ergebnis zielstrebigen Handelns aller Verantwortungsträger in Verwaltung und Stadtvertretung. Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, steht doch das globale Ziel im Mittelpunkt. Und dieser Umstand ist der Ausgangspunkt, letztlich sachlich fundierte Entscheidungen zu treffen.
RA: Bergen hat sich auch in kultureller Hinsicht gemeistert ...
A.K.: ... und darauf sind wir stolz. Die Arbeitsgruppe Veranstaltungen und Marketing leistet eine gute Arbeit. Ich erinnere nur an die Konzerte im Billrothhaus, Kultur im Benedix-Haus oder auch an den diesjährigen Weihnachtsmarkt auf dem Klosterhof. Als neue Veranstaltung werden wir am 31. Dezember von 22 bis 2 Uhr die erste „Bergener Silvesternacht“ mit Höhenfeuerwerk zu Mitternacht und musikalische Unterhaltung auf dem Rathausvorplatz am Springbrunnen mit Imbiss- und Getränkeversorgung durchführen und so das neue Jahr begrüßen. Am 20. März wird der Platz an der Klostermauer, der auch einen Namen tragen wird, einschließlich der Skulptur in feierlichem Rahmen eingeweiht und im Juni werden wir erneut zum Jugendfestival Jugendliche aus unseren Partnerstädten Svedalla in Schweden und Goleniow in Polen in unserer Stadt begrüßen. Auch hierfür läuft die Vorbereitung längst auf Hochtouren, ebenso wie für die RÜGANA 2008, um nur einige Ausblicke zu geben.
RA: Danke Frau Köster und für die Zukunft nur das Beste.
A.K.: Gestatten Sie, mich bei meiner Verwaltung und der Stadtvertretung für die erfolgreiche Zusammenarbeit zu bedanken. Ebenso bei den unzähligen ehrenamtlich tätigen Bergenern, die durch ihr Engagement das Gesicht der Stadt wesentlich prägen. Danke auch allen Mitarbeitern und Partnern der Stadt für ein erfolgreiches 2007. Ich wünsche allen besinnliche Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2008.
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