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Dieser Artikel wurde am 12. Mai 2010 um 14:07 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

„Beirat soll Missverständnisse ausräumen“

Gundela Knäbe ist 1. Vorsitzende des Biosphärenreservatsbeirates Südost-Rügen

Zirkow/Südost-Rügen (gü). Gundela Knäbe (CDU), Bürgermeisterin von Zirkow, ist erste Vorsitzende des Biosphärenreservatsbeirates Südost-Rügen. Dessen Mitglieder verständigten sich während ihrer konstituierenden Sitzung dieser Tage darauf, die Politikerin in dieses Ehrenamt zu wählen. Ihr zur Seite steht mit Holger Nebel, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Rügen, ein zweiter Vorsitzender. Kommunen mit Flächen im Biosphärenreservat Südost-Rügen und Insel-Verbände bzw. -Institutionen hatten sich in Abstimmung mit der Leitung des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen darauf verständigt, wieder einen Beirat ins Leben zu rufen, um beratend für das Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen tätig zu werden. Hierbei geht es um die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem erstellten Leitbild sowie um die Gestaltung eines künftigen Rahmenplans für das Biosphärenreservat, der in den kommenden Monaten erarbeitet werden soll.

Aktuell sind die acht Gemeinden des Amtes Mönchgut-Granitz (Baabe, Gager, Göhren, Lancken-Granitz, Middelhagen, Sellin, Thiessow und Zirkow) sowie die Gemeinden Binz und Putbus über ihre Bürgermeister im Beirat vertreten. Zudem arbeiten Vertreter von folgenden Verbänden und Institutionen im Beirat mit: Kreisangelverband Rügen, Kreisjagdverband Rügen, Kreisbauernverband Rügen, Forstamt Abtshagen-Rügen, Landschaftspflegeverband Rügen, Wasser- und Bodenverband Rügen, Landkreis Rügen, Wirtschaftsverein Rügen sowie Universität Greifswald.

Ein zehnter Platz ist derzeit auf dieser Seite des Beirates noch unbesetzt, wie Gundela Knäbe informiert. Die Naturschutzverbände BUND und NABU sind informiert worden, wer den Platz im Beirat einnehmen soll. „Leider haben wir noch keine Antwort bekommen“, so die Vorsitzende, die in diesem Zusammenhang auf die paritätische Besetzung des Beirates verweist. Sollte sich eine Gemeinde beispielsweise über die Erweiterung des Biosphärenreservates entschließen, Gebiete dort einzubringen, ist diese Gemeinde im Beirat natürlich herzlich willkommen, unterstreicht Knäbe. In diesem Fall wird auf der „anderen Seite“ auch ein Platz hinzugerechnet, so dass interessierte Vereine oder Verbände sich einbringen können.

Ab sofort wird sich der Biosphärenreservatsbeirat Südost-Rügen inhaltlich damit beschäftigen, die im Leitbild durchaus kritischen Anmerkungen zur Entwicklung des Biosphärenreservates zu diskutieren und „beratende Empfehlungen“ an die Leitung des Amtes zu geben, formuliert Gundela Knäbe die Arbeitsaufgaben der nächsten Sitzungen.

Die Mitglieder des Biosphärenreservatsbeirates Südost-Rügen wollen sich das nächste Mal in einigen Wochen treffen, blickt sie voraus. „Das letzte Treffen war vielversprechend. In einer sachlichen Atmosphäre haben wir uns konstituiert und wollen gemeinsam etwas erreichen“, betont die Vorsitzende. Die Sitzungen des Beirats sollen – ähnlich den Gemeindevertretersitzungen – einen öffentlichen sowie einen nichtöffentlichen Teil beinhalten. Zudem wird der Beirat einmal im Jahr den Bürgern das Rederecht einräumen, so dass interessierte Bürger der Region oder der Insel sich an die Mitglieder wenden und ihre Hinweise und Vorschläge vortragen können, wie sie gegenüber dieser Zeitung ausführt. Gundela Knäbe bietet darüber hinaus auch an, dass sich Interessierte oder Betroffene direkt an sie wenden können. Dies können Sie, liebe Leserinnen und Leser, per E-Mail unter gundela.knaebe@t-online.de gern vornehmen.

Die Vorsitzende erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass die viel beachtete Veranstaltung zum Thema Biosphärenreservat in Neddesitz im Herbst 2008 stattgefunden hat. „Nun sind wir fast anderthalb Jahre später an dem Punkt, wo wir mit dem Beirat eine neue Etappe des emotional besetzten Themas angehen können und meiner Meinung nach auch angehen sollten.“ Die Zirkower Bürgermeisterin sieht sich dabei als Moderatorin der vielen Stimmen, die jetzt im Beirat vertreten sind.

Gundela Knäbe betont aber auch, dass der Biosphärenreservatsbeirat Südost-Rügen eine „beratende Funktion“ inne habe. „Wir wollen und müssen Missverständnisse ausräumen, miteinander sprechen und für die Insel eine passende Lösung suchen“, benennt sie dabei ihr ganz persönliches Ziel.