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Dieser Artikel wurde am 16. Februar 2011 um 07:51 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Baustart für B96n vermutlich im April

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) übernimmt ersten Spatenstich

Von Robby Günther

Altefähr/Rügen (gü). Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wird den ersten Spatenstich für die B96n übernehmen! Wie diese Zeitung aus gut unterrichteten Berliner Regierungskreisen erfahren konnte, möchte der Bauminister im Merkel-Wahlkreis den ersten Spatenstich selbst durchführen. Derzeit wird ein passender Termin dazu im April gesucht und koordiniert. Der hiesige Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) überraschte Ende letzter Woche mit der Botschaft, dass die finanziellen Mittel für den ersten Bauabschnitt zwischen Altefähr und Samtens (der so genannte Südabschnitt) durch das Bundesverkehrsministerium frei gegeben worden sind.

Schlotmann weiter: „Damit können die Bauvorbereitungen nun beginnen. Ziel ist es, die Verkehrsprobleme der Insel Rügen so schnell wie möglich zu lösen. Würden wir den Baubeginn verschieben, würde sich der Bau um ein weiteres volles Jahr verzögern. Das wollen wir nicht. Rügen braucht die neue Straße dringend.“

Bereits ab Montag dieser Woche werden daher Flächen für den Neubau des Südabschnittes hergerichtet, wie es aus dem Verkehrsministerium weiter heißt. Die Arbeiten umfassen zunächst die Entfernung von Bäumen und Sträuchern, die im Baufeld stehen. Die so entfallende Vegetation wird im Rahmen des planfestgestellten Ausgleichs- und Ersatzkonzeptes entlang der neuen Trasse und an anderen Stellen auf Rügen kompensiert. Dabei werden mehr Bäume und Sträucher gepflanzt als entfernt werden.

Zwar haben Umweltverbände gegen den Bau geklagt, sie hatten aber keinen Baustopp beantragt. Das Verkehrsministerium hatte die Bauvorbereitung und den geplanten Baubeginn beim Gericht angezeigt.

Parallel werden Bauleistungen für die neue Bundesstraße in einem europaweiten Vergabeverfahren ausgeschrieben, so dass der Spatenstich für die B96n voraussichtlich im Frühsommer stattfinden kann. Begonnen werden soll mit dem komplexesten und zeitaufwändigsten Vorhaben der neuen B96n. Dies ist die geplante Unterführung östlich von Scharpitz, mit dem die Eisenbahngleise durch die B96n unterführt werden, wie der Minister in diesem Zusammenhang weiter ausführt. Schlotmann ist weiterhin zu Gesprächen mit den klagenden Umweltverbänden BUND und NABU bereit. „Eine Einigung im Interesse der Region wäre für alle die beste Lösung. Dies gilt für jeden Zeitpunkt des Verfahrens“, betont er abschließend.

Der Rügener FDP-Landtagsabgeordnete Gino Leonhard äußert sich zum unverhofften Start der Maßnahmen wie folgt: „Die B96n ist für die weitere Entwicklung der Wirtschaft und des Tourismus auf der Insel Rügen zwingend erforderlich. Seit Jahren fordern Bewohner und Unternehmer auf der Insel mit deutlicher Mehrheit den besseren Anschluss ans Festland. Insofern ist die leider immer noch bestehende Klage der Umweltverbände eine schwere Hypothek für den Fremdenverkehr, die Wirtschaft und den Hafenausbau in Mukran auf der Insel Rügen. Zudem wäre der Bauverzicht angesichts des erfolgten Millionenbaus der Strelasund-Querung absolut widersinnig. Umso mehr freue ich mich, dass die Bundesregierung die ersten Mittel freigegeben hat und unser Landesverkehrsminister nun endlich den Vorwärtsgang einschaltet. Zu lange schon haben einzelne Beteiligte auf die Bremse getreten und den ursprünglich anvisierten Zeitplan gesprengt. Der geplante Bau bringt Naturschutz-, Verkehrs-, und Wirtschaftsinteressen sehr gut zusammen. Ich hoffe daher sehr, dass die Umweltverbände nun endlich den gesunden Menschenverstand einschalten, schnell eine Lösung im Interesse der Region suchen und ihre Klage letztlich zurückziehen.“

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der Rügen Union, Burkhard Lenz, hat die Mitteilung des Landesverkehrsministers zum Beginn der Vorbereitungen für den Neubau der B96 mit Erleichterung aufgenommen. Lenz unterstreicht, dass der dreispurige Ausbau der 20 Kilometer langen Strecke von Altefähr nach Bergen „ für Rügen von großer Bedeutung ist. Hier sind sich Anwohner und Wirtschaft einig, dass es keine Alternative zum Ausbau der Strecke gibt. Deshalb sind auch die bisherigen Verzögerungen des Projekts mehr als ärgerlich gewesen.“ Die Ausreichung der ersten Mittel für die Investition von insgesamt 80 Millionen Euro für den Neubau der Straße „ist daher sehr zu begrüßen. Nun kommt es darauf an, dass möglichst schnell mit dem Bau der Strecke begonnen werden kann. Ich hoffe sehr, dass die laufenden Gespräche zwischen dem Land und den klagenden Naturschutzverbänden jetzt zügig beendet werden können und es nicht noch zu weiteren Verzögerungen kommen wird. Ein rascher Baubeginn ist ein Signal für die Region“, so der Landtagsabgeordnete.

Auch Wolfgang Heun von der Bürgerinitiative „Ja zur B96n“ aus Rambin hat sich mit einer Stellungnahme an die Redaktion gewandt: „Mit Freude und Genugtuung haben wir Bürger aus Rambin, die wir uns seit 2009 als Bürgerinitiative für die neue Straße einsetzen, die Nachricht aufgenommen, dass jetzt mit ihrem Bau begonnen werden soll. So rückt die Zeit endlich näher, in der wir in unserem Dorf Rambin nicht mehr die enormen Belastungen des Straßenverkehrs ertragen müssen. Nicht nur bei Stau, sondern jetzt schon fast ständig sind es Tag und Nacht Abgase, staub, Lärm und Gefahren für unseren Kinder, die uns das Wohnen an der Straße und an den Schleichwegen durch Rambin schwer machen und immer weniger Anreiz bieten, sich hier niederzulassen. Wir gehen bei unserem JA zur B96n auch davon aus, dass sie unabdingbar für die Entwicklung von Handel, Industrie und Landwirtschaft sowie Tourismus ist“ Weitere Reaktionen siehe unten