Ausschuss macht Forderungskatalog auf
Unterstützung der Mönchguter Museen als Präzedensfall für eine Kurverwaltung?
Von Robby Günther
Ostseebad Sellin. Die Mönchguter Museen in Göhren stehen vor dem Aus! Dieses Szenario stellte Ulrich Kliesow, Mitglied im Vorstand des Fördervereins der Mönchguter Museen, während des traditionellen Museumsfrühstücks dieser Tage vor rund 60 anwesenden Gästen in Göhren dar. Seit einigen Wochen wird in den Fachausschüssen bzw. den Gemeindevertretungen der acht Gemeinden des Amtes Mönchgut-Granitz ein Beschlussvorschlag debattiert, der folgenden Titel trägt: Beteiligung der Gemeinden des Amtsbereiches Mönchgut-Granitz an der Erhaltung der Mönchguter Museen.
Die Gemeindevertretungen von Göhren, Middelhagen und Baabe haben dem Beschlussvorschlag bereits zugestimmt. In Thiessow, Lancken-Granitz und Zirkow wird er demnächst behandelt. Am Montag dieser Woche haben sich die Mitglieder des Tourismusausschusses der Gemeindevertretung Sellin mit dem vorliegenden Papier beschäftigt. Wir müssen helfen, keine Frage, aber wir stellen keine Blankoschecks aus, so der Tenor der Debatte, die in einen Forderungskatalog seitens der Selliner mündete. Zu verworren sind den Sellinern die vorliegenden Kosten, die auf jede einzelne Gemeinde zukommen, wenn sie sich an der Erhaltung beteiligt. So sind nach RÜGANER ANZEIGER-Informationen verschiedene Rechenbeispiele für die finanzielle Beteiligung heran gezogen worden. Hierbei geht es um Einwohnerzahlen, Übernachtungen, Gäste aus den jeweiligen Orten, die die Angebote der Mönchguter Museen nutzen.
Das ist alles etwas unklar, so Ausschussvorsitzender Hans-Joachim Kreß (FDP), nach welchem Schlüssel Kosten berechnet werden sollen. Der Ausschuss fasste einstimmig einen Grundsatzbeschluss, dass die Gemeinde Sellin sicher helfen wird, aber vorher müssen noch bestimmte Fakten geordnet werden, mit denen eine endgültige Beschlussfassung in der Gemeindevertretung gefasst werden kann. Die Selliner wollen mit der Erhaltung der Mönchguter Museen einen Präzedenzfall schaffen, der als Grundlage für eine gemeinsame Kurverwaltung der amtsangehörigen Gemeinden dienen soll, wie sich im Laufe der Debatte Matthias Scheibe (Linkspartei.PDS) und Kai Ohl (FDP) äußerten. Wir müssen deutlich die Notwendigkeit unterstreichen, dass die Museen als Attraktion der Region zu erhalten sind. Aber wir müssen in diesem Zusammenhang weitere Bereiche durchleuchten, bei denen die Gemeinden längst schon zusammenarbeiten sollten, so Scheibe. Er nannte als Beispiele die Strandreinigung und die Bereithaltung von Technik für die Kurverwaltungen. Kai Ohl: Dieses Beispiel muss als Signal verstanden werden, dass es künftig nur noch eine Kurverwaltung im Amtsbereich geben wird.
Im aufgemachten Forderungskatalog der Selliner finden sich folgende Punkte: * Gründung eines Beirates, in dem alle Gemeinden Mitspracherecht in punkto Mönchguter Museen haben * Namensänderung des Fördervereins der Mönchguter Museen * Einführung und Akzeptanz der elektronischen Kurkarte in den Orten des Amtes * Neuer Sitz für die Leitung der Museen * eine Liste, auf der alle relevanten Objekte im Amt zu finden sind, die gleichfalls wie die Mönchguter Museen unterstützt werden müssen Denn die Zirkower Gemeindevertreter haben die Einbeziehung ihres Museumshofes ins Spiel gebracht, wie der anwesende Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG) gegenüber den verdutzten Ausschussmitgliedern sagte. In diesem Zusammenhang haben auch die Lancken-Granitzer Begehrlichkeiten betreffs ihrer Hünengräber angemeldet, so Liedtke weiter. Derzeit wird in Altensien (Selliner Ortsteil) die Historische Mühle wieder aufgebaut. Auch dieses Objekt sollte dann gemeinsam mit den anderen kulturellen Denkmälern gemeinsam bewirtschaftet werden, so der Tenor des Ausschusses.
Unter dem Dach des erwähnten Beirates könnten dann alle Objekte gleichberechtigt und zentral betreut werden. Die Leitung der Mönchguter Museen soll nach dem Willen in ein anderes Domizil umgesetzt werden. Denn mit den Büros im Haus auf dem Museumshof werden attraktive Ausstellungsflächen blockiert, so Liedtke. Und schließlich soll der Förderverein, der als Träger der Mönchguter Museen agiert, bei einer Beteiligung der Gemeinden außerhalb des eigentlichen Mönchguts seinen Namen ändern oder ergänzen. Insgesamt geht es um 90.000 Euro Kosten, die dem Förderverein ab 2007 fehlen. Dieses Geld wurde bisher als Lohnkostenzuschuss von der Agentur für Arbeit getragen, die Maßnahme läuft aus.
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