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Dieser Artikel wurde am 04. Mai 2011 um 07:40 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Auf Locus am Südstrand zunächst kein Focus

Gemeindevertreter sprachen sich gegen Lösung mit mobilem WC-Wagen aus

Von Steffi Besch

Ostseebad Göhren. Es war keine neue Idee, die der Fremdenverkehrsverein vor wenigen Wochen dem Bauausschuss vorstellte: die Einrichtung von Toiletten am Südstrand. Schon vor zwei Jahren gingen Anträge für die Errichtung eines Toilettenhäuschen in Verbindung mit einer Strandversorgung bei der Gemeinde ein. Diese sind von den Abgeordneten damals abgewiesen worden. Und gleiches widerfuhr dem aktuellen Antrag. Die Gemeindevertretung sprach sich auf ihrer Sitzung am vergangenen Montag gegen das Vorhaben aus.

Das Konzept des Vorsitzenden des Fremdenverkehrsvereins, Markus Pigard und seiner Mitstreiter, sah einen mobilen Toilettenwagen auf der Höhe des Strandabgangs vor, der für Kurkarteninhaber kostenlos zu nutzen wäre und bei Veranstaltungen wie der Göhrener Klangnacht auch schnell hoch in das Zentrum transportiert werden könnte. Das Amt Mönchgut-Granitz sowie das Biosphärenreservat hatten nach einer jüngst vorgenommenen Begehung nichts gegen derartige Pläne einzuwenden. Zwar bestehe am Südstrand keine Strand- und Badeordnung, dennoch waren sich Ausschussmitglieder und jetzt auch die Gemeindevertreter darüber einig, dass die Schaffung von Toiletten dringend notwendig sei. Uneinigkeit hingegen herrschte hinsichtlich der beantragten Bezuschussung durch den Kommunalen Eigenbetrieb. Im Falle eines fünfjährigen Vertrages mit dem privaten Betreiber müsse die Kurverwaltung für jede Saison 20.000 Euro zuzahlen.

Der Toilettenwagen sollte von Mai bis Oktober am Südstrand stationiert werden. Aufgrund der fehlenden Kalkulation, der Antrag wies keine konkreten Zahlen auf entschieden sich die Abgeordneten vorerst dagegen. „Wir haben kein Wissen darüber, was an Einnahmen kalkuliert wurde, welche Kosten für die Beschaffung, das Personal, die Reinigung und die Materialien kosten“, machte Dr. Marcus Groner aufmerksam. Bürgermeisterin Carola Koos erwiderte: „Wenn wir als Gemeinde eine solche Lösung betreiben würden, käme es uns teurer zu stehen.“ Herbert Dobelstein war da anderer Meinung: „Es gibt ja immer noch die Lösung mit der Strandversorgung. Das Grundstück gehört der Gemeinde. Warum sollten wir es nicht verpachten und noch Gewinn daraus machen, statt der Kurverwaltung weitere Kosten zuzuschieben.“ Auch wenn der Antrag des Vereins abgewiesen wurde, steht doch eines fest: Göhren und seine Vermieter werben mit den zwei Stränden, locken Gäste in das Ostseebad, die Kurtaxe zahlen. Am Nordstrand finden die Urlauber dann gleich drei, recht gepflegte und anschauliche Toiletteneinheiten vor. Am durch die Strandaufspülungen noch attraktiver gewordenen Südstrand, dann Fehlanzeige.

Warum sich die Gemeinde nicht zu einer dauerhaften, stilvollen Lösung wie im Kneipp-Park am Nordstrand entschließen kann, ein festes Toilettenhäuschen nicht direkt an der Düne, dafür aber zwischen dem Museumsschiff und dem Parkplatz im Grünen versteckt gelegen, bleibt für viele Göhrener ein Rätsel. Bis eine endgültige Lösung gefunden wird, werden die Gäste des Ortes und die Einheimischen, die den Südstrand bevorzugt aufsuchen, auf eine Möglichkeit ein WC zu nutzen warten müssen.

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