Auf den Ernstfall richtig vorbereitet
Unter realen Bedingungen wurde das Löschen von Bränden erprobt

Es wurde heiß: In der Feuerlöschtrainingsanlage war es wichtig, dass nicht nur die Brände gelöscht wurden, sondern viel wichtiger ist die Eigensicherung und das Vertrauen in die eigene Schutzkleidung. Foto: Niemann
Bergen auf Rügen (chn). Die Feuerwehren der Insel sind auf das Engagement von Ehrenamtlichen angewiesen, denn auf Rügen gibt es keine Berufsfeuerwehr. Umso wichtiger ist es, dass die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren vernünftig auf den Ernstfall vorbereitet sind, um somit ihr Leben bei der Brandbekämpfung und Personenrettung nicht in Gefahr zu bringen. Vor allen Dingen sind Brände Ereignisse, die man auf der Insel Rügen nicht richtig trainieren kann. Denn im Landkreis hat man nur eine Atemschutzstrecke, die die Kameraden mit ihren Atemschutzgeräten durchlaufen müssen. Das sind jedoch leider nicht die realen Brandbedingungen. Aus diesem Grund war am vergangenen Wochenende eine mobile Feuerlöschtrainingsanlage auf dem Gelände des Feuerwehrtechnikzentrums Erich Tiedt zu Gast. In zwei Durchgängen wurden die über 100 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Insel durch diese Trainingsanlage geschickt. Vorrangig ging es bei dieser Ausbildung der Atemschutzgeräteträger sowohl um die Brandbekämpfung unter realen Bedingungen als auch um die richtige Eigensicherung im Ernstfall. Denn das ist das oberste Prinzip eines Feuerwehrmannes. Man darf sich nie selbst in Gefahr bringen. Jeder Kamerad musste zwei Mal durch die Trainingsanlage. Immer im Zweierteam ging es einmal um die reine Brandbekämpfung und Eigensicherung, bei guten Sichtverhältnissen jedoch bei bis zum 300 Grad Celsius. Im zweiten Durchgang musste das Team nochmals durch die Anlage, diesmal unter erschwerten Bedingungen. Zum Einen brannte es wieder und zum Anderen war die Sicht durch starken Qualm sehr stark beeinträchtigt. In der Regel hatten die Kame-raden der Freiwilligen Feuerwehren die beiden Durchgänge in jeweils zehn bis 12 Minuten durchlaufen. Nach jedem Durchgang wurden mit dem Übungsleiter und dem zuständigen verantwortlichen Wehrführer die Fehler ausgewertet und Hinweise gegeben. Uns ist es wichtig, dass die Kameraden etwas dazulernen. Wir möchten damit erreichen, dass die Feuerwehrmänner und -frauen Sicherheit und Vertrauen in ihre Schutzkleidung gewinnen, sagt Horst Blattner von Rent a Fire, der die beiden Tage die Feuerlöschtrainingsanlage bediente. Die Anlage war mit zwei Brandräumen und fünf Brandstellen ausgestattet und bot somit realitätsnahe Trainingsbedingungen für Standardbrände in Wohnhäusern. Gesteuert wurde sowohl manuell als auch automatisch.
« Nächster Artikel
Schwimmende Brücke über Ostsee via Sassnitz und Baltijsk
Vorheriger Artikel »
Putbus verbindet die Welt
