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Dieser Artikel wurde am 06. Mai 2009 um 06:30 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Arndt-Gesellschaft leistet viel für Rügen

„Eine Insel mit Geschichte. 200 Jahre Landkreis Rügen“: Auflage fast verkauft

Von Wolfgang Urban

Groß Schoritz. „Vor fast 240 Jahren, am 26. Dezember 1769, wurde Ernst Moritz Arndt hier geboren“, sagte Prof. Dr. Karl-Ewald Tietz am Anfang der Mitgliederversammlung der Arndt-Gesellschaft in Groß Schoritz und fügte hinzu: „Niemand ahnte, was aus dem Kinde einmal werden würde. Wie der Knabe diese ländliche Welt erlebte und die Landluft genoss und wie unfähige und begabte Lehrer ihn Bücherstaub schnuppern ließen, darüber erzählt ein Büchlein des Greifswalder Autors Gerhard Dallmann. ,Landluft und Bücherstaub’.

Es wird hier in Schoritz am 6. Juni seine Premiere erleben...“ Das ist eine der Veranstaltungen mit denen die Arnd-Gesellschaft auch weiterhin zur Bereicherung des kulturellen Lebens auf Rügen beitragen wird. Vorträge und wechselnde Ausstellungen im Arndt-Haus gehören ebenso dazu wie das VIII. Schoritzer Kolloquium am 16. und 17. Oktober: „Reisen auf Rügen, Reisende über Rügen“ mit 20 Vortragenden und einem breiten Themenspektrum von Reisezielen über Verkehrswege und -mittel, Reisekultur bis zu Reise-Erinnerungen. Damit greift die Arndt-Gesellschaft ein besonders wichtiges und zentrales Thema auf der Urlaubsinsel Rügen auf. Sie belegt so erneut, dass sie nicht nur zahlreiche Menschen an Arndt und seine Zeit heranführt, sondern auch darüber hinaus u.a. viel für Rügen leistet. Wie erfolgreich dies ist, zeigte nicht nur das Kolloqium von 2007 „Eine Insel mit Geschichte. 200 Jahre Landkreis Rügen“.

Auch der Kolloqiumsband wurde ein Erfolg. Die Auflage ist fast verkauft, so dass eine Zweitauflage geplant wird. Zu den Vorhaben der Zukunft gehört u.a. auch die Premiere der „Rügenschen Blätter“. Sie sollen in sich Vorträge versammeln, die im Rahmen der Reihe „Begegnungen bei Arndt“ im Geburtshaus von Ernst Moritz Arndt gehalten wurden. Nach den vor einigen Jahren abgeschlossenen Restaurierungsarbeiten am Arndt-Haus in Groß Schoritz und der Instandsetzung des öffentlichen Teils des Gutsparkes kümmert sich die Arndt-Gesellschaft um die Erhaltung des Geschaffenen. Dazu sagte Prof. Dr. Tietz u.a.: „In diesem Jahr steht nun schon die zweite Reparatur des Mittelgiebels an, von dem erneut Farben und Putz bröckeln. Leider müssen wir auch erhebliche Holzschäden konstatieren. Ein ,sehr scharfer Zahn der Zeit’ nagt viel zu früh an dem erst vor einigen Jahren errichteten Ausgang vom Saal auf die Terrasse, an kleineren Holzbauten im Park und an dem schönen Sieben-Mäuse-Turm, der ja bekanntlich unsere gern genutzte Aussichtsplattform auf die Boddenlandschaft ist.“

Schwierigkeiten bereitet der der Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft die Personalsituation. Dazu sagte Prof. Dr. Tietz u.a.: „Im abgelaufenen Jahr war es sehr schwierig, die Geschäftsstelle im Rahmen von AB-Maßnahmen mit einer Bürokraft bzw. einer historisch interessierten Person zu besetzen. So musste die inhaltlich-organisatorische Leitungsarbeit zumeist nach Hause verlagert werden. Wir waren froh, wenn das Arndt-Haus überhaupt geöffnet werden konnte. Eine fachliche Gästebetreuung gab es nicht.“ Doch Änderung scheint möglich zu sein, denn die bei der Mitgliederversammlung der Arndt-Gesellschaft anwesende Landrätin Kerstin Kassner wies in einem Diskussionsbeitrag einen Weg auf, wie das von Prof. Dr. Tietz angesprochene Personalproblem mit Hilfe des Landkreises Rügen und unter Nutzung von Fördermöglichkeiten gelöst werden kann.