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Dieser Artikel wurde am 22. August 2007 um 04:33 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Anbindung Rügenbrücke an B96 ohne Ampeln

Durchdachtes Konzept sorgt nach Expertenmeinung für flüssigen Verkehr

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Eine architektonische Meisterleistung verbindet die Insel Rügen mit dem Festland. Nun sind Meisterleistungen gefragt, den Verkehrsinfarkt auf der Insel abzuwenden. Gute Lösungen wurden gefunden.

Von Andreas Pfaffe

Rügen/Stralsund. Stop & Go dürfte ab dem 22. Oktober im Verkehrsbereich Altefähr auf der B96 der Vergangenheit angehören. Darüber ist sich das Expertenteam unter Leitung der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) nach sechsmonatiger intensiver Lösungssuche einig. Denn die Anbindung der neuen Rügenbrücke, die am Nachmittag des 21. Oktober im Rahmen einer dreitägigen Einweihungsfeier von Stralsund bis Altefähr durch Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell ihrer Bestimmung übergeben wird, erfolgt ohne Lichtzeichenanlage. Das war am letzten Mittwoch im Rahmen eines Informationsgespräches mit DEGES-Projektleiter Diplomingenieur Joachim Rascher zu erfahren. Wir standen vor der Aufgabe, eine Zwischenlösung für den Verkehrsknoten Altefähr zur Anbindung der bestehenden B96 zu finden, da das Planfeststellungsverfahren für den Neubau der B96 aus den bekannten Gründen noch nicht abgeschlossen ist, so Joachim Rascher.

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Insgesamt sieben Varianten, mit und ohne Lichtzeichenanlage, wurden erarbeitet und in der gemeinsamen Arbeitsgruppe, zu der neben der DEGES auch die betroffenen Verkehrsbehörden, das Straßenbauamt und die Polizei gehört, abgewogen. Ziel war es, einen möglichst störungsfreien Verkehrsfluss der täglich bis zu 25.000 den Knoten passierenden Fahrzeuge zu gewährleisten. In die Abwägung flossen unzählige Parameter wie Stauräume, Haltezeiten und Lenkung der Verkehrsströme ein. Im Ergebnis konnte man sich im Juli auf Variante 4.2 einigen, die eben ohne Lichtzeichenanlagen auskommt. Lediglich jene am Bahnhof Altefähr bleibt bestehen. Allerdings wird hier der Verkehr stark ausgedünnt sein, so dass dies keine wesentlichen Störungen verursacht. Zugute kam uns nun, dass der Knoten Altefähr, für den als vorgezogene Maßnahme bereits Baurecht bestand, im wesentlichen bereits fertiggestellt war. Lediglich ein kurzer Bypass, der mittlerweile fertig ist, musste noch geschaffen werden.

Der Bereich des Verkehrsknotens Altefähr wird nach Freigabe der Rügenbrücke mit einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern befahrbar sein. Die alte Strelasundquerung als wesentliches Element der Verkehrsplanung von und nach Rügen bleibt weiter, insbesondere für langsam fahrende Fahrzeuge, bestehen. Lediglich zu Sanierungsarbeiten kann es temporär zu Verkehrseinschränkungen kommen.

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Der über die Rügenbrücke fließende Verkehr wird durch insgesamt 17 Verkehrsbeeinflussungsanlagen mit Infos versorgt. So geben Verkehrszeichenbrücken über der Fahrbahn die Fahrtrichtung an, denn neben einer Spur Richtung Rügen und einer Richtung Stralsund wird es eine wechselseitig zu nutzende Spur, die je nach Verkehrsaufkommen geschaltet wird, geben. Doch die Verkehrszeichenbrücken steuern nicht nur die Richtung des Verkehrs, sondern auch die Geschwindigkeit. Grundsätzlich sei die Rügenbrücke mit 100 Stundenkilometer zu befahren. Bei starkem Verkehrsaufkommen kann die Geschwindigkeit zur Vermeidung von Staus jedoch reduziert werden. Auch Infos wie Witterung, Temperatur, Glätte oder Wind werden über die Verkehrszeichenbrücken an die Kraftfahrer weiter gegeben. Das alles erfolgt elektronisch über die Verkehrsrechnerzentrale Malchow.

In obenstehendem Foto der Originalpläne ist der von Rügen abfließende Verkehr mit rotem Pfeil dargestellt. Deutlich sichtbar auch der neu gebaute Bypass oben rechts. Will man Rügen erreichen, so ergeben sich die umgekehrten Fahrtrichtungen.

Vom alten Rügendamm kommend benutzt man die untere Schleife um einerseits auf die neue Rügenbrücke oder in Richtung Bergen zu gelangen. Diese Schleife ist auch dann zu nutzen, wenn man, von der Rügenbrücke kommend, zum Dänholm gelangen will.

Insgesamt dürfte dieses Projekt das bislang bestehende Problem der Staubildung an der Lichtzeichenanlage Bahnhof Altefähr zur Zufriedenheit der Kraftfahrer lösen. Inwieweit jedoch weitere Anlagen wie beispielsweise die stark kritisierte Eisenbahnampel in Samtens weiter zur Staubildung beitragen wird, bleibt abzuwarten. Eines wird allerdings deutlicher als bisher: Eine Kette ist so stark, wie ihr schwächstes Glied. Das dürfte in jedem Fall die B 96 sein. Die Aufgabe der DEGES besteht darin, diese nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens und Baufreigabe bis zum Kreuz Bergen neu zu bauen. Der weitere Fortgang ist dann Sache des Straßenbauamtes, so der Projektleiter der DEGES, Joachim Rascher. Bleibt zu hoffen, dass die Hürden zum Abschluss des Planfeststellungsverfahrens in diesem Jahr noch genommen werden.