Achtung! Glättegefahr! - Rügener Polizei gibt Tipps für sicheres Fahren bei Glätte
Rügen (apf). Auf Grund der immer wieder zu verzeichnenden zahlreichen Glätteunfälle bei plötzlichen Kälteeinbrüchen verweist Polizeidirektor Gustav Lüth, Leiter der Polizeiinspektion Bergen, auf besonnenes und durch gegenseitige Rücksichtnahme geprägtes Verhalten im Straßenverkehr, besonders auch während des Weihnachtsverkehrs und zum Jahreswechsel. Besonders durch die diesjährige Witterungssituation, die durch beinahe spätsommerliche Temperaturen bestimmt ist, liegt der Gedanke an winterliche Straßenverhältnisse bei manchem Kraftfahrer fern. Doch die Extreme der vergangenen Zeit haben gezeigt, dass es in den Nachtstunden und am frühen Morgen häufig zu punktueller Straßenglätte kommen kann. Darauf sollte sich jeder Kraftfahrer durch die Nutzung von Winterreifen und eine angepasste Fahrweise einstellen, so Polizeidirektor Lüth gegenüber unserer Zeitung.
Sicher durch den Winter
Durch die Polizeiinspektion Bergen wurde eine Rügenkarte erarbeitet, in welcher besondere Gefahrenstellen, an denen eine besondere Gefahr von plötzlich eintretender Straßenglätte besteht, erarbeitet. Weiterhin gibt die Polizeiinspektion Bergen einige Verhaltenshinweise, die bei Beachtung das eigene Wohl sowie das eigene Leben und auch das Wohl und Leben anderer Verkehrsteilnehmer schützen können.
Tipps für sichere Fahrt bei wechselhaftem Wetter am Übergang zu winterlichen Straßenverhältnissen: * Kraftfahrer und Kraftfahrerinnen sollten sich über die Technik ihres Fahrzeuges im Klaren sein und das Verhalten des Fahrzeuges kennen. So beispielsweise wie wirkt ABS, ESP, ASR, Allrad- oder Heckantrieb? Über welche Elemente verfügt mein Fahrzeug?
Habe ich dem Winter angepasste Bereifung?
Bin ich mit dem Fahrzeug durch andere Verkehrsteilnehmer durch vollständige und unbeschädigte Beleuchtung gut zu erkennen? Behindere ich durch richtig eingestellte Scheinwerfer nicht die Sicht anderer Verkehrsteilnehmer?
Führe ich Winterausrüstung im Fahrzeug mit wie Sand, Schaufel oder Decken?
Vor Fahrtantritt sollte sich jeder Kraftfahrer Auskünfte über das zu erwartende Wetter einholen (Wetterbericht, Internet www.donnerwetter.de). Weiterhin muss der Kraftfahrer für gute Sicht sorgen (beschlagene, vereiste Spiegel und Scheiben reinigen).
Längere Fahrzeiten einplanen
Bei kritischen Wetterlagen sollten längere Fahrtzeiten eingeplant werden, dass man sich nicht selbst unter Zeitdruck setzt. Während der Fahrt sollten bei Glätte und Glättegefahr ruckartige Lenkbewegungen (übersteuern) und starkes Bremsen vermieden werden. Die Fahrweise ist der Witterung und den Straßenverhältnissen anzupassen. Allgemeine Regeln sind hier das defensive Fahren, ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten, vor Kurven die Geschwindigkeit deutlich zu verringern und zu beachten, dass die Anhaltewege auf abschüssigem Gelände deutlich länger sind. Bei abschüssigem Gelände sollte die Wirkung der Motorbremse genutzt werden. Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, muss die Unfallstelle und das Fahrzeug deutlich durch Warnblinklicht und Warndreieck abgesichert werden. Das Warndreieck ist dabei mindestens in 100 Meter ( 15 StVO) Entfernung aufzustellen, um andere Fahrzeuge rechtzeitig zu warnen.
Auch Fußgänger müssen achtsam sein
Insgesamt sollten sich auch die Fußgänger vorsichtiger verhalten. In der dunklen Jahreszeit werden sie nicht immer rechtzeitig wahrgenommen. Gut sichtbare Kleidung und vorsichtiges Verhalten beim Betreten der Fahrbahn können gefährliche Situationen verhindern helfen. Denn beispielsweise eine durch einen unachtsamen Fußgänger provozierte Vollbremsung eines Kraftfahrers könnte bei Glätte bösartige Folgen nach sich ziehen. Und: Wenn jemand dunkle Kleidung trägt, sieht man ihn erst ab einer Entfernung von 30 Metern. Bei heller Kleidung wird er schon in 50 Metern sichtbar. Wenn jemand aber ein Reflektorstück an der Kleidung trägt, dann kann ein Autofahrer den Fußgänger schon in 150 Metern Entfernung sehen.
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