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Dieser Artikel wurde am 30. März 2011 um 06:30 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

2015 - Mit dem Auto staufrei nach Rügen

Gut besuchte ACE-Informationsveranstaltung zu Rügener Verkehrsvorhaben

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Bei der Podiumsdiskussion - Joachim Rascher (DEGES) und Polizeipräsident Knut Abramowski. Foto: Pfaffe

Bergen auf Rügen (apf). Der Saal des Bergener Hotel „Ratskeller“ war am vergangenen Donnerstag gut gefüllt. Etwa 70 ACE-Mitglieder und Gäste waren zum Clubabend des des Autoclubs erschienen. Zum Thema „Wie weiter mit der B96n und dem Rügener Verkehrskonzept“ waren der Neubrandenburger Polizeipräsident Knut Abramowski als Vertreter des Innenministeriums, Joachim Rascher, Projektleiter der DEGES und Ralf Sendrowski, Leiter des Straßenbauamtes Stralsund eingeladen, um in einem Podiumsgespräch zum Thema Rede und Antwort zu stehen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ralph Langkammer von der Kreisverwaltung.

Zunächst konnte der Polizeipräsident Ängste zerstreuen, die mit der neuen Polizeistruktur, die zum 1. März diesen Jahres in Kraft getreten ist, befürchteten, dass der Verkehrsüberwachungsdienst nur noch eine untergeordnete Rolle spielen würde. „Heute sind im Revierdienst auf Rügen und in Stralsund 52 Stellen mehr besetzt als vor dem 1. März. Wir werden in der Verkehrsüberwachung damit noch stärker tätig, als in der Vorzeit. Auch das neue Autobahnpolizeirevier in Grimmen zeigt mit 48 neuen Stellen positive Wirkungen auf die Überwachung des Rügenzubringers, die B96 und die Rügenbrücke.“ Auch den Bäderdienst wird es in diesem Jahr erneut geben. „Also - es gibt mehr Polizei auf der Insel als bis Ende Februar“, resümiert der Polizeipräsident.

Schwerpunkt der Podiumsdiskussion war dann die Information durch Joachim Rascher zum Stand und Fortgang des Neubaues der B96n. Seit 2005 wurde das Planfeststellungsverfahren betrieben, einschließlich dreier Nachanhörungen. Ein enormer Aufwand an Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen hat dabei Einfluss gefunden, um die Natur so wenig wie möglich zu belasten. Der Baubeginn wird, unbenommen der Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss durch Nabu und B.U.N.D. vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, die jedoch keine aufschiebende Wirkung habe, am 15. Juni diesen Jahres beginnen. „Im 1. Los werden wir im Südabschnitt von Altefähr bis etwa anderthalb Kilometer vor Rambin beginnen. Hier soll ein Jahr später, am 15. Juni 2012, der Verkehr rollen und für Entlastung im Bereich des Knotens Altefähr sorgen“, so Rascher Daran schließe sich der Bau von der Ortsumgehung Rambin bis zum Anschluss Samtens Ost an. Fertigstellung, so sagen es die bisherigen Pläne, soll dabei im Dezember 2013 sein.

Der Nordabschnitt, von Samtens bis nach Bergen, wird in den Jahren 2013 bis 2015 gebaut und damit das Vorhaben zum Neubau einer leistungsfähigen Inselmagistrale bis Bergen beenden. Klar, dass auf Grund des offenen Charakters der ACE-Veranstaltung auch Gegner des Straßenbauvorhabens die Möglichkeit genutzt haben, sich zu informieren. Auch wenn die Initiative RIO 96 offensichtlich mit abgestimmten Fragekonzept die Gesprächspartner in die Enge treiben wollten - Joachim Rascher blieb keiner Frage eine Antwort schuldig.

Es klang schon arrogant und überheblich, als ein RIO-96- Vertreter in den Raum stellte, dass man bei den Planungen von falschen Grundlagen ausginge und an Rascher die Frage stellte, ob der überhaupt das Rio-Gutachten zu Kenntnis genommen habe.

Doch Rascher ist über die Jahre der Erarbeitung des Planfeststellungsbeschlusses, im engen Zusammenwirken mit den Naturschutzverbänden, erhaben gegen solche Angriffe geworden. „Selbstverständlich haben wir Ihr Gutachten analysiert. Was RIO vorschlägt ist eine modifizierte Variante aus den Jahren 2001/03, die seinerzeit deshalb verworfen wurde, weil sie nicht machbar war. Außerdem - das Gutachten von Regio Consult, ein Unternehmen das bei vielen Klagen von Nabu und B.U.N.D. auftritt, ist ja Bestandteil der Klage. Wir haben dazu eine Stellungnahme abgegeben. Fazit: Wir stimmen den Grundlagen des Gutachtens von Regio Consult in keinster Weise zu.“

„Wir brauchen die Anbindung Rügens an das Festland bis Bergen, weil wir die Urlauber brauchen“, so Dieter Mathis, Amtsleiter des Amtes Mönchgut-Granitz. Klar stehe außer Frage, dass man auf Rügen und so auch im Mönchgut versuchen muss, im Anschluss an die B96n, neue Wege bei der Lösung der lokalen Verkehrsprobleme zu gehen. „Deshalb werden wir an der Verbesserung der Straßen arbeiten und auch der fahrpreislose ÖPNV kann hier positive Akzente setzen. Besser währen auch Kreisverkehre, um den Verkehr fließender zu machen.“ Ralph Langkammer fügte dem hinzu, dass man hierfür viele Maßnahmen realisieren müsse, die sich letztlich um das Integrierte Verkehrsentwicklungskonzept Rügen drehen.

Auch Ralf Sendrowski sieht die Sache so. „Als Zubringer zum Mönchgut kann man die B196 nicht einfach mehrspurig ausbauen. Deshalb suchen wir nach punktuellen Lösungen wie Busbuchten, Linksabbiegerspuren und auch den Ausbau des Göhrener Dreieckes.“ Die Fortsetzung der B96n als Ortsumgehung Bergen sei zudem schon in Planung.

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