15 weiße Tauben eröffneten 15. RÜGANA
Jubiläums-Leistungsschau der Insel lockte 10.000 Gäste auf Bergener Markt

Bergen auf Rügen (apf). 15 weiße Tauben stiegen in den Bergener Himmel, als Landrätin Kerstin Kassner am vergangenen Freitag die 15. RÜGANA, die alljährliche Leistungsschau der Insel, offiziell für eröffnet erklärte. Erstmals fand diese gemeinsam mit dem nunmehr 9. Tag der Selbsthilfe und Gesundheit unter Federführung des Gesundheitsinsel Rügen e.V. statt.
Zugegeben, man hätte sich zum Jubiläum und in Zeiten der Wirtschaftskrise mehr Resonanz von den „Offiziellen“ aus Schwerin erwartet - doch das tat dem Aussteller- und Besucherzustrom keinen Abbrucherstmals. Knapp 90 Firmen und zahlreiche Kulturschaffende haben an den drei Tagen im Bergener Stadtzentrum gezeigt, wo ihre Stärken liegen. Besonders am Samstag- und Sonntagnachmittag nutzten sehr viele Rüganer und Gäste die wieder gelungene Kombination aus Präsentation und Unterhaltung für den Familienausflug. Insgesamt über 10.000 Besucher strömten über den Marktplatz und durch die Zelte. Einige kamen auch ganz gezielt, um mit einigen Fachfirmen in Kontakt zu treten und sich zu Themen wie Energie- und Wasserersparnis, Firmenwerbung oder gesunde Lebensweise beraten zu lassen.
Bei der Frage, was es bringe, wenn sich eine Firma drei Tage auf der RÜGANA präsentiere, waren sich die teilnehmenden Unternehmen und Einrichtungen einig. Der Bekanntheitsgrad bei anderen Unternehmen und besonders bei den Einheimischen wird gestärkt. Das ist eine entscheidende Voraussetzung, die Herausforderungen der Zukunft durch Vernetzung zu bewältigen. Auch traditionell beteiligten sich viele Partner an der Bereitstellung der Tombolapreise. Rund 2.500 Lose wurden verkauft. Ein Teil der Einnahmen wurde dem ukrainischen Kinder- und Jugendtanzorchester zur Hilfe für krebskranke Kinder mit auf den Weg gegeben. Der zweite Teil der Einnahmen wird einem schwerstbehinderten Bergener Kind zur Verfügung gestellt.
Einigkeit bei Organisatoren und Ausstellern bestand darin, im kommenden Jahr die 16. RÜGANA zu präsentieren.
Gemeinsam die Region Rügen stärken
„Wenn der Tourismus Grippe hat, hustet die ganze Insel!“
Rügen (apf). Die RÜGANA unterstreiche, dass der Landkreis eine hervorragende Entwicklung genommen habe und über großartiges Potenzial verfüge, so Landrätin Kerstin Kassner. „Natürlich ist und bleibt der Tourismus unser wichtigstes wirtschaftliches Standbein. Dennoch ist Rügen weit mehr. Die Region zeichnet sich durch Branchenvielfalt aus und steht Neuem aufgeschlossen gegenüber. Neben Fährverkehr und Kreideabbau, Landwirtschaft und Fischerei, Handwerk und Dienstleistungen gewinnen Bereiche, wie zum Beispiel die IT-Branche, Gesundheit oder Biotechnologie, zunehmend an Bedeutung.“
Soweit, so gut.
Aber gerade hier sieht Sparkassenvorstand Herbert Ostermoor ein großes Handlungsfeld, wie er bei seinen Ausführungen zur Eröffnung der RÜGANA bemerkte: „Wenn der Tourismus Grippe hat, hustet die ganze Insel!“ Er bezieht sich dabei auf einen Übernachtungsrückgang im Frühjahr von 12 Prozent. „Als Ausrede wurde dafür schnell der harte und lange Winter gefunden. Doch in anderen Regionen hat man trotzdem zugelegt. Tatsächlich liegen die Gründe hierfür in der schlechten Vermarktung der Urlaubsdestination Rügen“, so Ostermoor. Dazu müsse endlich die Arbeitsteilung zwischen den Gemeinden und örtlichen Kurverwaltungen und der Tourismuszentrale (TZR) verwirklicht werden. „Die TZR muss die Gäste auf die Insel holen und die Gemeinden und Kurverwaltungen müssen diese vor Ort bestens betreuen“, so Herbert Ostermoor. Und er gab noch Eines mit auf den Weg: „Unsere Gäste nehmen die Insel als Ganzes war. Deshalb müssen wir nicht Regionen, sondern die Region stärken. Oder anders gesagt: Mit Regionen sind nicht Sassnitz, Binz oder Göhren gemeint - wir müssen die Region Rügen stärken!“ Für ihn ist es deshalb auch keine Frage: „Tourismusabgabe - darüber kann man nicht denken, was man will.“ Denn wenn wir die Stärken der Insel stärken wollen, was wichtiges Marketinginstrument für die Zukunft sei, dann geht das nicht ohne finanzielle Mittel, die schließlich irgendwie auch von allen, die am Tourismus partizipieren, mit eingebracht werden müssen.
Landrätin Kerstin Kassner sieht das ebenso. „Herbert Ostermoor hat Recht. Wir haben noch viel zu tun auf der Insel, dass die Menschen von ihrer Arbeit leben können und immer mehr Gäste kommen. Dabei müssen wir alle eng zusammen wirken und unsere Potenziale nutzen, denn nur gemeinsam sind wir stark. Und wenn wir mit der Tourismusabgabe unseren Gästen etwas Gutes bieten können, dann sollten wir das angehen.“
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